Alles über Oldtimer-Lack Teil 1/3
Der Lack eines Oldtimers ist weit mehr als eine farbige Hülle. Er schützt die Karosserie vor Korrosion, prägt den Charakter des Fahrzeugs und ist ein wichtiges Merkmal für Originalität und Wert. Gerade bei historischen Automobilen verrät der Lack oft mehr über die Vergangenheit als jedes Wartungsheft. Wurde der Klassiker bereits neu lackiert, fachgerecht restauriert oder trägt er noch seinen seltenen Originallack? Antworten auf diese Fragen spielen beim Oldtimerkauf, Restaurierung und Bewertung eine entscheidende Rolle. In diesem dreiteiligen Ratgeber erfährst du, wie sich Fahrzeuglacke entwickelt haben, wie moderne Lackschichtmessungen funktionieren und worauf es bei der Wahl des richtigen Farbtons für deinen Oldtimer wirklich ankommt.
Die Geschichte des Fahrzeuglacks: Vom Pinselstrich zur Hightech-Lackierung
Der Lack gehört zu den Bauteilen eines Oldtimers, die oft unterschätzt werden. Dabei erzählt kaum ein anderes Detail so viel über die Geschichte eines Fahrzeugs. Die verwendeten Materialien, die Art der Verarbeitung und sogar die Farbpalette spiegeln den technischen Fortschritt der jeweiligen Epoche wider. Wer einen Oldtimer restaurieren oder einen Klassiker möglichst original erhalten möchte, sollte deshalb die Entwicklung der Fahrzeuglacke kennen.
Die ersten Fahrzeuglacke stammen aus dem Kutschenbau
Als Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Automobile auf die Straßen kamen, gab es noch keine speziell entwickelten Fahrzeuglacke. Die Hersteller griffen auf die bewährten Verfahren des Kutschenbaus zurück.
Verwendet wurden sogenannte Öllacke, die aus natürlichen Rohstoffen wie Leinöl, Baumharzen und Farbpigmenten bestanden. Diese Lacke wurden mit dem Pinsel in mehreren Schichten aufgetragen. Nach jeder Lackschicht musste das Fahrzeug mehrere Tage trocknen, bevor die nächste Schicht folgen konnte. Bis ein Fahrzeug vollständig lackiert war, konnten mehrere Wochen vergehen.
Anschließend wurde die Oberfläche aufwendig geschliffen und von Hand poliert. Das Ergebnis war ein tief glänzender Lack, der jedoch empfindlich gegenüber Witterungseinflüssen war und regelmäßig gepflegt werden musste.
Schwarz war lange die dominierende Fahrzeugfarbe
Mit der Industrialisierung begann auch die Serienfertigung von Automobilen. Dabei spielten nicht nur die Technik eine Rolle, sondern auch die Wirtschaftlichkeit der Produktion.
In diesem Zusammenhang stammt das wohl bekannteste Zitat der Automobilgeschichte von Henry Ford:
„Jeder Kunde kann sein Auto in jeder gewünschten Farbe bekommen, solange es schwarz ist.“
Ford äußerte diesen Satz während der Produktion des Model T. Schwarzer Lack trocknete damals schneller als viele andere Farbtöne und ermöglichte dadurch kürzere Produktionszeiten. Das war ein entscheidender Vorteil für die Fließbandfertigung, die Ford revolutionierte.
Tatsächlich gab es das Model T in späteren Baujahren auch in anderen Farben. Das berühmte Zitat verdeutlicht jedoch, welchen Einfluss die damalige Lacktechnik auf die Fahrzeugproduktion hatte.
Nitrocelluloselack revolutioniert die Fahrzeuglackierung
In den 1920er-Jahren begann eine neue Ära. Die chemische Industrie entwickelte Nitrocelluloselacke, häufig auch Nitrolacke genannt. Diese wurden aus synthetisierter Baumwolle hergestellt.
Der größte Vorteil lag in der deutlich kürzeren Trocknungszeit. Während Öllacke oft mehrere Tage benötigten, trockneten Nitrolacke innerhalb weniger Stunden. Dadurch konnten Fahrzeuge wesentlich schneller produziert werden.
Nitrolacke ließen sich außerdem einfacher ausbessern und sorgten für eine glattere Oberfläche.
Allerdings hatten sie auch Nachteile:
- geringere Witterungsbeständigkeit
- empfindlich gegenüber UV-Strahlung
- vergleichsweise geringe Kratzfestigkeit
- regelmäßiges Polieren erforderlich
Viele Vorkriegsfahrzeuge und Oldtimer aus den 1930er- und 1940er-Jahren wurden mit Nitrolacken lackiert.
Kunstharzlacke sorgen für mehr Haltbarkeit
Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Lacktechnik rasant weiter. Ab den 1950er-Jahren setzten sich Kunstharzlacke zunehmend durch.
Sie boten zahlreiche Vorteile gegenüber den älteren Nitrolacken:
- höhere Widerstandsfähigkeit
- bessere Wetterbeständigkeit
- intensivere Farbtiefe
- längerer Glanzerhalt
- geringerer Pflegeaufwand
Für viele Oldtimer aus den 1950er- bis frühen 1970er-Jahren waren Kunstharzlacke der serienmäßige Werkslack.
Diese Lacke härteten durch eine chemische Reaktion mit Sauerstoff aus. Deshalb benötigten sie zwar etwas mehr Zeit zum vollständigen Durchtrocknen, waren anschließend aber deutlich robuster als frühere Lacksysteme.
Die Einführung von Metallic-Lacken
Mit dem wachsenden Wunsch nach individuellen Fahrzeugen hielt ab den 1960er-Jahren eine weitere Innovation Einzug: Metallic-Lacke.
Anders als klassische Uni-Lacke enthalten sie feine Metallpigmente, meist aus Aluminium. Je nach Lichteinfall reflektieren diese Partikel das Licht unterschiedlich stark. Dadurch entsteht der typische Tiefeneffekt.
Anfangs galten Metallic-Lackierungen als exklusive Sonderausstattung und waren vor allem in der Oberklasse zu finden. Erst in den folgenden Jahrzehnten wurden sie für breitere Käuferschichten erschwinglich.
Für Restauratoren bedeutet das: Nicht jeder Oldtimer war ursprünglich in Metallic lackiert. Eine spätere Umlackierung auf einen Metallic-Farbton kann die Originalität und damit unter Umständen auch den Fahrzeugwert beeinflussen.
Acryl- und 2K-Lacke setzen neue Maßstäbe
Ab den 1970er-Jahren hielten moderne Acrylharzlacke und sogenannte 2K-Lacke Einzug in die Fahrzeugproduktion.
„2K“ steht für Zwei-Komponenten-Lack. Vor der Verarbeitung werden Lack und Härter miteinander vermischt. Erst dadurch beginnt die chemische Reaktion, die den Lack besonders widerstandsfähig macht. Sie werden auch thermoplastische Lacke genannt.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- hohe Kratzfestigkeit
- ausgezeichnete Chemikalienbeständigkeit
- sehr guter UV-Schutz
- langlebiger Glanz
- hohe mechanische Belastbarkeit
Viele Oldtimer, die in den vergangenen Jahrzehnten restauriert wurden, erhielten eine moderne 2K-Lackierung. Selbst wenn sie ursprünglich mit Kunstharz- oder Nitrolacken ausgeliefert wurden.
Wasserbasislacke und moderne Lacksysteme
Seit den 1990er-Jahren gewinnen Wasserbasislacke zunehmend an Bedeutung. Der Grund sind strengere Umweltauflagen und der Wunsch, den Anteil flüchtiger organischer Lösungsmittel (VOC) zu reduzieren.
Bei modernen Mehrschichtlacksystemen besteht der sichtbare Farbton meist aus einem wasserbasierten Basislack, der anschließend mit einem transparenten Klarlack versiegelt wird.
Dieses Verfahren bietet mehrere Vorteile:
- brillante Farbwirkung
- hohe UV-Beständigkeit
- sehr guter Korrosionsschutz
- geringere Umweltbelastung
Bei einer originalgetreuen Oldtimer-Restaurierung kommen Wasserbasislacke heute ebenfalls häufig zum Einsatz. Ziel ist dabei nicht, die historische Lackchemie nachzubilden, sondern den ursprünglichen Farbton und die originale Oberflächenwirkung möglichst exakt zu reproduzieren.
Originallack oder Neulackierung für den Oldtimer?
Nicht jeder glänzende Oldtimer besitzt seinen ersten Lack. Viele Fahrzeuge wurden im Laufe ihres Lebens teilweise oder vollständig neu lackiert. Sei es nach einem Unfallschaden, im Rahmen einer Restaurierung oder einfach aus optischen Gründen.
Für Sammler gewinnt der Originallack jedoch zunehmend an Bedeutung. Selbst kleinere Gebrauchsspuren, feine Kratzer oder eine gleichmäßig gealterte Oberfläche können die Geschichte eines Fahrzeugs dokumentieren und seinen authentischen Charakter unterstreichen. Diese natürliche Alterung wird häufig als Patina bezeichnet.
Deshalb gilt heute oft: Ein gut erhaltener Originallack ist wertvoller als eine perfekt ausgeführte, aber nicht originale Neulackierung. Ob der Lack tatsächlich noch aus der Auslieferungszeit stammt oder später erneuert wurde, lässt sich häufig durch eine Lackschichtmessung und eine sorgfältige Begutachtung feststellen.
Wie ist ein Fahrzeuglack aufgebaut?
Ein moderner Fahrzeuglack besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Schichten. Jede übernimmt eine bestimmte Aufgabe. Vom Korrosionsschutz bis zur brillanten Farbwirkung. Erst das Zusammenspiel aller Schichten sorgt dafür, dass die Karosserie dauerhaft geschützt wird und der Lack über Jahrzehnte seinen Glanz behält.
Bei Oldtimern unterscheidet sich der Lackaufbau jedoch teilweise deutlich von modernen Fahrzeugen. Je nach Baujahr, Hersteller und Lackiertechnik kamen unterschiedliche Materialien und Verfahren zum Einsatz. Deshalb lohnt sich ein Blick auf den grundsätzlichen Aufbau eines Lacksystems.
Das Karosserieblech: die Basis jeder Lackierung
Am Anfang steht das blanke Karosserieblech. Bis weit in die 1980er-Jahre bestanden Fahrzeugkarosserien fast ausschließlich aus Stahlblech, das ohne geeigneten Schutz sehr schnell zu rosten beginnt.
Schon kleinste Beschädigungen der Lackoberfläche können dazu führen, dass Feuchtigkeit und Sauerstoff das Metall angreifen. Rost breitet sich dann oft unbemerkt unter dem Lack aus und wird erst sichtbar, wenn sich Blasen bilden oder der Lack abplatzt.
Die wichtigste Aufgabe eines Fahrzeuglacks besteht deshalb darin, das Metall dauerhaft vor Korrosion zu schützen.
Korrosionsschutz: die erste Verteidigungslinie
Bevor die eigentliche Lackierung beginnt, erhält die Karosserie einen Korrosionsschutz. Heute geschieht dies meist durch eine kathodische Tauchlackierung (KTL), bei der die gesamte Karosserie elektrisch beschichtet wird.
Bei vielen klassischen Oldtimern sah das noch anders aus. Damals wurden häufig Rostschutzgrundierungen aufgetragen, die unter anderem Zink-, Blei- oder Chromverbindungen enthielten. Diese boten einen guten Schutz, entsprechen aber nicht mehr den heutigen Umwelt- und Gesundheitsstandards.
Bei einer Restaurierung kommen deshalb moderne Korrosionsschutzsysteme zum Einsatz, die einen deutlich besseren Langzeitschutz bieten.
Die Grundierung: Haftung und Schutz
Auf den Korrosionsschutz folgt die Grundierung.
Sie erfüllt gleich mehrere Aufgaben:
- verbessert die Haftung der weiteren Lackschichten,
- schützt das Blech zusätzlich vor Feuchtigkeit,
- gleicht kleine Unebenheiten aus,
- bildet die Basis für den weiteren Lackaufbau.
Die Grundierung entscheidet maßgeblich darüber, wie dauerhaft eine Lackierung später hält. Wird hier unsauber gearbeitet oder auf minderwertige Produkte zurückgegriffen, können sich Jahre später Lackablösungen oder Korrosionsschäden entwickeln.
Der Füller: Für eine glatte Oberfläche
Nicht jeder Oldtimer besitzt eine separate Füllerschicht. Bei modernen Lackierungen gehört sie jedoch zum Standard.
Der Füller hat die Aufgabe,
- feine Schleifspuren zu schließen,
- kleine Unebenheiten auszugleichen,
- die Oberfläche zu glätten,
- den Untergrund für den Farblack vorzubereiten.
Nach dem Trocknen wird der Füller sorgfältig geschliffen. Erst dadurch entsteht die gleichmäßige Oberfläche, die später für ein hochwertiges Lackbild sorgt.
Bei Restaurierungen älterer Fahrzeuge sollte sparsam gearbeitet werden. Zu dick aufgetragener Füller kann Lackschichtmessungen verfälschen und auf spätere Reparaturen hindeuten.
Der Basislack: die eigentliche Fahrzeugfarbe
Der Basislack bestimmt den sichtbaren Farbton des Fahrzeugs. Er enthält die Farbpigmente und, bei Metallic- oder Perleffektlacken, zusätzlich Effektpigmente.
Während bei modernen Fahrzeugen der Basislack meist matt auftrocknet, wurde bei vielen Oldtimern ein sogenannter Einschichtlack verwendet. Dieser vereinte Farbgebung und Glanz in einer einzigen Lackschicht.
Das erklärt auch, warum ältere Lacke häufiger poliert werden mussten. Durch Witterungseinflüsse verlor die Oberfläche mit der Zeit an Glanz und musste regelmäßig aufgearbeitet werden.
Der Klarlack: Schutzschild der Farbe
Bei heutigen Mehrschichtlacksystemen folgt auf den Basislack der Klarlack.
Er übernimmt wichtige Schutzfunktionen:
- Schutz vor UV-Strahlung,
- Schutz vor Witterung,
- Schutz vor Chemikalien,
- höhere Kratzfestigkeit,
- dauerhafter Glanz.
Viele Oldtimer aus den 1950er- bis frühen 1970er-Jahren besitzen jedoch keinen Klarlack. Ihr Farblack bildet gleichzeitig die sichtbare Oberfläche.
Deshalb reagieren diese Lacke oft empfindlicher auf intensive Sonneneinstrahlung oder aggressive Poliermittel.
Einschichtlack oder Mehrschichtlack?
Ein wichtiger Unterschied zwischen historischen und modernen Fahrzeugen liegt im Aufbau des Lacksystems.
Einschichtlack
Bei klassischen Einschichtlacken übernimmt eine einzige Lackschicht sowohl die Farbgebung als auch den Oberflächenschutz.
Vorteile:
- originalgetreue Optik
- authentischer Glanz
- historisch korrekt
Nachteile:
- geringere UV-Beständigkeit
- empfindlicher gegen Kratzer
- regelmäßige Pflege erforderlich
Viele Oldtimer wurden ursprünglich mit solchen Einschichtlacken ausgeliefert.
Mehrschichtlack
Moderne Lackierungen bestehen meist aus:
- Grundierung
- Füller
- Basislack
- Klarlack
Dieses System bietet deutlich besseren Schutz und eine längere Haltbarkeit. Gleichzeitig verändert es jedoch teilweise die Oberflächenwirkung gegenüber historischen Lackierungen.
Gerade bei hochwertigen Restaurierungen stellt sich deshalb die Frage, ob maximale Originalität oder moderne Haltbarkeit im Vordergrund stehen soll.
Welche Aufgaben übernehmen die einzelnen Lackschichten?
Jede Lackschicht erfüllt eine klar definierte Funktion. Erst ihr Zusammenspiel sorgt für eine langlebige und widerstandsfähige Oberfläche.
Lackschicht | Aufgabe |
Korrosionsschutz | schützt das Metall vor Rost |
Grundierung | sorgt für Haftung und zusätzlichen Schutz |
Füller | gleicht Unebenheiten aus und schafft eine glatte Oberfläche |
Basislack | verleiht dem Fahrzeug seine Farbe |
Klarlack | schützt vor UV-Strahlung, Witterung und mechanischer Belastung |
Fällt eine dieser Schichten aus oder wurde sie unsachgemäß verarbeitet, kann dies die Haltbarkeit der gesamten Lackierung erheblich beeinträchtigen.
Warum der Lackaufbau beim Oldtimer so wichtig ist
Beim Oldtimer-Restaurieren geht es nicht nur darum, eine makellose Oberfläche zu erzielen. Restauratoren müssen entscheiden, ob der vorhandene Lack erhalten, teilweise ausgebessert oder vollständig erneuert wird. Dabei spielt auch die Art des ursprünglichen Lacks eine Rolle. Ein moderner 2K-Lack auf einem Fahrzeug, das ursprünglich mit einem Nitrozellulose- oder Kunstharzlack ausgeliefert wurde, verändert zwar meist nicht den Farbton, kann aber den Glanzgrad, die Oberflächenstruktur und damit den historischen Gesamteindruck beeinflussen.
Für Sammler ist der originale Lackaufbau deshalb häufig genauso interessant wie der Motor oder die Innenausstattung. Er liefert Hinweise auf die Geschichte des Fahrzeugs und kann einen wichtigen Beitrag zur Authentizität leisten.
Wie erkenne ich, welcher Lack auf meinem Oldtimer verwendet wurde?
Für die Unterscheidung zwischen den alten Einschichtlacken und modernen Wasserbasislacken gibt es zwei Möglichkeiten.
- Schleifprobe
Durch Anschleifen des Lackes an einer verdeckten Stelle ist ein Einschichtlack an Farbresten auf dem Schleifpapier zu erkennen. Bei modernen Zweischichtlackierungen finden sich lediglich farblose Partikel des Klarlackes.
- Lösemitteltest
Mit einem lösemittelgetränkten (Nitroverdünner oder Waschbenzin) weißen Lappen über eine nicht sichtbare Stelle wischen. Alte Einschichtlacke werden durch das Lösemittel angelöst und lassen sich nach kurzer Zeit abwischen. Moderne Zweischichtlackierungen oder ausgehärteter Kunstharzlacke (2K-Lacke) bleiben unbeschädigt.
Im nächsten Kapitel schauen wir uns genauer an, was unter der Lackschichtendicke zu verstehen ist, welche Werte bei Oldtimern typisch sind und warum sie bei der Begutachtung und beim Kauf eines Klassikers eine entscheidende Rolle spielt.
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Wie erkenne ich, ob ein Oldtimer noch seinen Originallack besitzt?
Eine eindeutige Aussage lässt sich meist nur durch eine Kombination mehrerer Prüfungen treffen. Der erste Hinweis ist die Fahrzeughistorie. Rechnungen, Restaurierungsberichte und alte Fotos können zeigen, ob und wann eine Lackierung durchgeführt wurde.
Zusätzlich helfen:
- Lackschichtmessungen an verschiedenen Karosseriebereichen
- Vergleich von geschützten und sichtbaren Stellen
- Prüfung von Farbunterschieden
- Untersuchung von Übergängen und Kanten
Ein originaler Lack weist häufig eine gleichmäßige Alterung auf. Kleine Gebrauchsspuren, leichte Farbveränderungen und Patina können sogar ein Hinweis auf Authentizität sein.
Eine perfekte Oberfläche bedeutet dagegen nicht automatisch Originalität. Viele Fahrzeuge wurden im Laufe ihres Lebens neu lackiert.
Sollte man einen Oldtimer mit Originallack neu lackieren?
Eine Neulackierung sollte immer sorgfältig abgewogen werden.
Ein gut erhaltener Originallack besitzt für viele Sammler einen besonderen Wert, weil er die Geschichte des Fahrzeugs dokumentiert. Eine leichte Patina kann Teil des Charakters sein.
Eine neue Lackierung kann sinnvoll sein bei:
- starkem Rostbefall,
- beschädigtem Lackaufbau,
- schlecht ausgeführten früheren Reparaturen,
- nicht erhaltungsfähiger Oberfläche.
Bei hochwertigen Fahrzeugen sollte vor einer Neulackierung immer geprüft werden, ob der vorhandene Lack erhalten werden kann.
Welche Lackart ist für eine Oldtimer-Restaurierung geeignet?
Das hängt vom Fahrzeug, der Epoche und dem Restaurierungsziel ab.
Für eine möglichst historische Restaurierung kann ein zeittypisches Lacksystem sinnvoll sein. Für Fahrzeuge, die regelmäßig genutzt werden, bieten moderne Lacke Vorteile durch höhere Widerstandsfähigkeit.
Mögliche Systeme:
- Nitrolack für historische Originalität
- Kunstharzlack für viele Nachkriegsfahrzeuge
- 2K-Lack für langlebige Restaurierungen
- moderne Wasserbasislacke für aktuelle Restaurierungsverfahren
Wichtig ist nicht nur der Lack selbst, sondern auch die fachgerechte Vorbereitung des Untergrunds.









