Alles über Oldtimer-Lack Teil 2/3

 

Lackschichtendicke bei Oldtimern

 

Die Lackschichtendicke und deren Messung

 

Nachdem ich im ersten Teil dieses Ratgebers auf die Geschichte und den Aufbau von Oldtimer-Lack eingegangen bin, erfährst Du im zweiten Teil alles Wichtige zur Lackschichtendicke. Aus der Dicke des Oldtimer-Lackes kannst Du unwahrscheinlich viele Informationen zur Geschichte des Klassikers herauslesen. Nicht nur versteckte Spachtelmasse lässt sich durch eine Lackschichtenmessung erkennen. Hier erkläre ich Dir, was die Lackschichtendicke aussagt, wie genau sie sich messen lässt, welche Methoden es gibt und wie sie funktionieren, und wie dick der Lackaufbau an Fahrzeugen unterschiedlicher Generationen sein sollte. Natürlich spielt die richtige Lackschichtendicke auch beim Preis des Oldtimers eine wesentliche Rolle. Viel Spaß beim Lesen!

 

Was bedeutet Lackschichtendicke beim Oldtimer?

 

Die Lackschichtendicke ist einer der wichtigsten technischen Werte, wenn es darum geht, den Zustand und die Geschichte eines Oldtimers zu beurteilen. Sie beschreibt die Gesamtdicke aller Lack- und Beschichtungsschichten, die sich auf dem Metall der Karosserie befinden.

Gemessen wird die Dicke in Mikrometern (µm). Ein Mikrometer entspricht einem Tausendstel Millimeter. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist ungefähr 50 bis 100 Mikrometer dick.

Für den Laien klingt eine Differenz von wenigen hundert Mikrometern zunächst gering. Bei der Bewertung eines Oldtimers kann sie jedoch entscheidende Hinweise liefern. Eine deutlich erhöhte Lackschichtendicke kann beispielsweise auf eine Nachlackierung, mehrere Reparaturschichten oder einen größeren Spachtelauftrag hindeuten.

 

Warum ist die Lackschichtendicke beim Oldtimer wichtig?

 

Ford Mustang neuer Lack

 

Beim Oldtimerkauf gehört die Lackprüfung zu den wichtigsten Punkten der Fahrzeugbesichtigung. Der äußere Eindruck kann täuschen: Ein perfekt glänzender Oldtimer-Lack bedeutet nicht automatisch, dass sich darunter eine hochwertige Restaurierung befindet.

 

Die Lackschichtendicke kann Hinweise geben auf:

  • originale Werkslackierung
  • Teil- oder Komplettlackierung
  • Reparaturen nach Unfällen
  • Spachtelarbeiten
  • unterschiedliche Lackierphasen
  • Restaurierungsqualität

 

Sie ist damit ein wichtiges Werkzeug, um die Geschichte eines Fahrzeugs besser zu verstehen.

Wichtig: Eine Messung allein beweist nicht automatisch einen Mangel. Die Werte müssen immer im Zusammenhang mit Baujahr, Hersteller, Lacktyp und Restaurierungsgeschichte betrachtet werden.

 

Typische Lackschichtdicken bei Oldtimern

 

Die ursprüngliche Lackschichtdicke hängt stark von der jeweiligen Epoche und dem verwendeten Lackverfahren ab.

Bei vielen historischen Fahrzeugen waren die Lackaufbauten deutlich dünner als bei modernen Fahrzeugen.

 

Gründe dafür waren:

  • andere Lackmaterialien
  • manuelle Verarbeitung
  • weniger Schichten
  • andere Anforderungen an Korrosionsschutz

 

Während moderne Fahrzeuge häufig Lackschichtdicken zwischen etwa 100 und 200 µm aufweisen, können originale Lackierungen älterer Fahrzeuge teilweise deutlich darunter liegen.

 

Typische Orientierungswerte:

Ära

Mögliche Lackschichtendicke

Vorkrieg (Nitrozellulose und Kunstharz)

30 – 80 µm (hochwertig handlackiert 60 – 120 µm)

Nachrieg (Werkslackierung)

70 – 150 µm

Moderne Reparaturlackierung

150 – 300 µm

Starke Nachlackierungen oder Spachtelbereiche

deutlich über 300 µm möglich

 

Diese Werte sind keine festen Grenzwerte. Jeder Hersteller und jede Epoche hatte eigene Verfahren.

Ein Mercedes aus den 1960er-Jahren kann beispielsweise eine völlig andere Lackstruktur besitzen als ein Porsche aus derselben Zeit. Auch amerikanische Fahrzeuge weisen oft dickere, ungleichmäßige Lackschichten auf. Gerade in den 1960er- und 1970er-Jahren und bei Metallictönen können zwischen 150 und 300 µm messbar sein.

Werte über 150 µm an einem Vorkriegs-Oldtimer weisen häufig auf eine Restaurierung oder Nachlackierung hin.

 

Originaler Oldtimer-Lack oder spätere Lackierung?

 

Citroen 2 CV Ente Oldtimer Oldtimer-Lack

 

Eine der wichtigsten Fragen bei einer Oldtimer-Besichtigung lautet:

 

Trägt das Fahrzeug noch seinen Originallack?

 

Der Originallack, die Patina besitzt für viele Sammler eine besondere Bedeutung. Er dokumentiert die Geschichte eines Fahrzeugs und zeigt, wie der Wagen über Jahrzehnte erhalten wurde.

Einen originalen Oldtimer-Lack erkennt man jedoch nicht ausschließlich an einer bestimmten Messzahl.

 

Weitere Hinweise sind:

  • gleichmäßiger Alterungszustand
  • typische Werksstrukturen
  • originale Farbübergänge
  • passende Lackdicke an verschiedenen Karosseriebereichen
  • vorhandene Gebrauchsspuren

 

Eine Nachlackierung kann dagegen auffallen durch:

 

  • deutlich höhere Messwerte
  • Unterschiede zwischen einzelnen Karosserieteilen
  • sichtbare Übergänge
  • Staubeinschlüsse
  • Farbabweichungen
  • überlackierte Dichtungen oder Anbauteile
  • Was sagt eine hohe Lackschichtendicke aus?

 

Eine hohe Lackschichtendicke bedeutet nicht automatisch, dass ein Fahrzeug schlecht restauriert wurde.

 

Bei einer fachgerechten Restaurierung können mehrere Lackschichten entstehen:

 

  • alte Lackschichten wurden erhalten,
  • Grundierung wurde erneuert,
  • Füller wurde verwendet,
  • Neuer Decklack wurde aufgetragen.

 

Entscheidend ist die Ursache.

 

Eine hohe Messung kann bedeuten:

 

Positiv:

  • hochwertige Restaurierung
  • professioneller Lackaufbau
  • sorgfältige Vorbereitung

 

Kritisch:

  • überlackierter Rost
  • versteckte Reparaturen
  • dicke Spachtelschichten
  • schlecht vorbereitete Untergründe

 

Die Interpretation erfordert Erfahrung.

 

Spachtelmasse und Lackschichtendicke

 

VW Käfer gespachtelt schlecht repariert

 

Besonders kritisch sind Bereiche mit stark erhöhten Messwerten. Häufig steckt darunter Karosseriespachtel.

Spachtel wird eingesetzt, um Unebenheiten auszugleichen. Bei einer professionellen Restaurierung gehört er in begrenztem Umfang zum normalen Arbeitsprozess.

 

Problematisch wird es, wenn Spachtel verwendet wurde, um:

 

  • Roststellen zu verdecken,
  • beschädigte Bleche nicht auszutauschen,
  • Unfallfolgen zu kaschieren.

 

Sehr hohe Messwerte an einzelnen Stellen können deshalb ein Warnsignal sein.

 

Warum mehrere Messpunkte notwendig sind

 

Eine einzelne Messung liefert nur einen Momentwert. Für eine seriöse Beurteilung müssen viele Stellen der Karosserie geprüft werden.

 

Sinnvolle Messbereiche sind:

 

  • Motorhaube
  • Dach
  • Kotflügel
  • Türen
  • Seitenteile
  • Schweller
  • Heckbereich
  • Kofferraumdeckel

 

Besonders interessant sind Bereiche, die bei Unfällen oder Reparaturen häufig betroffen sind.

Ein Vergleich zwischen verschiedenen Karosserieteilen zeigt oft schneller Auffälligkeiten als ein einzelner Messwert.

 

Lackschichtendicke und Fahrzeugwert

 

Beim Oldtimer beeinflusst die Lackqualität den Wert erheblich. Allerdings gilt nicht immer:

 

Dicker Lack = schlechter Zustand

 

und

 

Dünner Lack = Originalität

 

Ein Fahrzeug mit originalem Oldtimer-Lack und sichtbarer Patina kann für Sammler wertvoller sein als ein vollständig neu lackierter Klassiker.

Andererseits kann eine hochwertige Restaurierung mit professionellem Lackaufbau den Wert ebenfalls steigern. Insbesondere bei Fahrzeugen, deren Originalsubstanz nicht mehr erhalten werden konnte.

 

Entscheidend sind:

 

  • Qualität der Arbeiten
  • Dokumentation
  • Originalität
  • Fahrzeughistorie
  • Marktinteresse
  • Lackschichtendicke richtig bewerten

 

Die Lackschichtendicke ist ein wichtiges Diagnosewerkzeug, aber kein alleiniger Qualitätsbeweis.

 

Eine professionelle Bewertung kombiniert mehrere Faktoren:

 

  • Messwerte
  • Sichtprüfung
  • Fahrzeughistorie
  • Restaurierungsunterlagen
  • Gutachten
  • technische Untersuchung

 

Erst diese Kombination ergibt ein zuverlässiges Bild über den tatsächlichen Zustand eines Oldtimers.

 

Lackschichtmessung beim Oldtimer – Verfahren, Technik und richtige Anwendung

 

Lackschichten Messung Oldtimer

 

Die Lackschichtmessung gehört heute zu den wichtigsten Prüfmethoden bei der Bewertung eines Oldtimers. Ein geschulter Blick kann zwar viele Auffälligkeiten erkennen, doch erst ein Messgerät liefert objektive Werte. Besonders beim Oldtimerkauf hilft die Messung dabei, Nachlackierungen, Reparaturen oder ungewöhnlich dicke Beschichtungen aufzuspüren.

Dabei geht es nicht darum, einen Oldtimer anhand einer einzigen Zahl zu bewerten. Die Lackschichtmessung ist vielmehr ein Werkzeug, das gemeinsam mit einer Sichtprüfung, der Fahrzeughistorie und einem Oldtimer-Gutachten ein vollständiges Bild ergibt.

 

Warum wird die Lackschicht gemessen?

 

Jede Lackierung hinterlässt eine messbare Schicht auf dem Untergrund. Wird ein Fahrzeug im Laufe seines Lebens mehrfach lackiert, verändert sich diese Dicke.

 

Eine Messung kann Hinweise geben auf:

 

  • originale Werkslackierung
  • nachträgliche Lackierungen
  • reparierte Unfallschäden
  • Spachtelstellen
  • unterschiedliche Lackierphasen
  • Qualität einer Restaurierung

 

Gerade bei Fahrzeugen mit hohen Marktwerten ist diese Prüfung wichtig. Ein vermeintlich perfekter Klassiker kann durch eine unfachmännische Reparatur deutlich an Wert verlieren.

 

Wie funktioniert ein Lackschichtmessgerät?

 

Ein Lackschichtmessgerät bestimmt den Abstand zwischen der Messsonde und dem metallischen Untergrund. Je nach Gerätetechnik wird dabei ein physikalisches Messverfahren genutzt.

 

Die wichtigsten Verfahren sind:

 

  • magnetisch-induktive Messung
  • Wirbelstrommessung
  • Ultraschallmessung

 

Welches Verfahren geeignet ist, hängt vom Untergrund ab.

 

Magnetisch-induktive Messung

 

Die magnetisch-induktive Messung ist eines der häufigsten Verfahren bei Stahlkarosserien.

 

Das Prinzip:

 

Ein Magnetfeld wird über die Messsonde erzeugt. Das Gerät erkennt, wie stark sich dieses Magnetfeld durch die Lackschicht verändert. Je größer der Abstand zwischen Sonde und Metall, desto dicker ist die Beschichtung.

 

Gemessen werden können:

 

  • Lack
  • Grundierung
  • Füller
  • Spachtel

 

auf eisenhaltigen Metallen wie Stahl.

 

Vorteile:

 

  • schnelle Messung
  • einfache Anwendung
  • hohe Verbreitung
  • gut für klassische Stahlkarosserien geeignet

 

Viele mobile Lackschichtmessgeräte für Oldtimerbesichtigungen arbeiten mit diesem Verfahren.

 

Wirbelstrommessung

 

Das Wirbelstromverfahren kommt vor allem bei nicht magnetischen Metallen zum Einsatz.

 

Typische Anwendungen:

 

  • Aluminiumkarosserien
  • Aluminiumbauteile
  • bestimmte Leichtmetallkonstruktionen

 

Das Messgerät erzeugt ein elektromagnetisches Feld. Dieses erzeugt im Metall sogenannte Wirbelströme. Die Veränderung dieser Ströme ermöglicht die Bestimmung der Beschichtungsdicke.

Gerade bei hochwertigen Sportwagen mit Aluminiumkarosserie ist dieses Verfahren wichtig.

 

Beispiele sind:

 

  • historische Rennfahrzeuge
  • bestimmte Porsche-Modelle
  • Fahrzeuge mit Aluminium-Karosserieteilen
  • Kombinierte Messgeräte für Oldtimer

 

Viele moderne Geräte kombinieren mehrere Messverfahren.

 

Sie erkennen automatisch, ob der Untergrund aus:

 

  • Stahl
  • Eisen
  • Aluminium
  • anderen Metallen

 

besteht.

 

Diese Geräte sind besonders praktisch für Oldtimer, da historische Fahrzeuge häufig unterschiedliche Materialien verwenden.

Eine Motorhaube kann beispielsweise aus Stahl bestehen, während andere Bauteile aus Aluminium gefertigt sind.

 

Ultraschallmessung

 

Die Ultraschallmessung funktioniert anders als magnetische Verfahren.

Hier werden Schallwellen durch die Beschichtung geschickt. Das Gerät misst die Laufzeit der Schallwellen und berechnet daraus die Dicke der einzelnen Schichten.

 

Vorteile:

 

  • Messung auch auf nichtmetallischen Untergründen möglich
  • geeignet für Kunststoff, GFK oder Verbundmaterialien
  • Analyse mehrerer Schichten möglich

 

Nachteile:

 

  • komplexere Anwendung
  • teurere Geräte
  • weniger verbreitet bei einfachen Fahrzeugprüfungen

 

Das Verfahren wird eher bei speziellen Anwendungen oder professionellen Gutachten eingesetzt.

 

Wie läuft eine Lackschichtmessung bei einem Oldtimer ab?

 

Originaler Oldtimer-Lack, Nachlackierung und Reparatur erkennen

 

Eine professionelle Messung beginnt niemals mit dem Gerät allein. Zuerst erfolgt eine Sichtprüfung.

 

Der Prüfer betrachtet:

 

  • Lackbild
  • Farbunterschiede
  • Übergänge
  • Spaltmaße
  • Karosserieform
  • mögliche Reparaturstellen

 

Anschließend werden zahlreiche Messpunkte verteilt über das gesamte Fahrzeug genommen.

Wichtig ist ein Vergleich:

 

Beispiel:

 

Die Türen weisen Werte von 80 bis 120 µm auf, während ein Kotflügel plötzlich 450 µm zeigt.

Dieser Unterschied kann ein Hinweis auf eine Reparatur sein.

 

Wo sollte gemessen werden?

Bei einer Oldtimer-Besichtigung sollten möglichst viele Karosseriebereiche geprüft werden.

 

Besonders relevant sind:

 

  • Große Außenflächen
  • Dach
  • Motorhaube
  • Türen
  • Kotflügel
  • Seitenteile
  • Heckdeckel

 

Diese Bereiche zeigen schnell Unterschiede zwischen Original- und Reparaturlackierungen.

 

  • Unfallgefährdete Bereiche
  • Frontbereich
  • Heckbereich
  • Radläufe
  • Schweller
  • Übergänge zwischen Karosserieteilen

 

Hier können erhöhte Werte auf Reparaturen hinweisen.

 

Schwer erkennbare Stellen

 

Auch weniger sichtbare Bereiche sind interessant:

 

  • Türrahmen
  • Einstiege
  • Kofferraum
  • Motorraum
  • Innenbereiche

 

Diese Stellen besitzen häufig noch originale Oldtimer-Lackreste und helfen beim Vergleich.

 

Typische Fehler bei der Lackmessung

 

Eine Lackschichtmessung ist nur so zuverlässig wie ihre Durchführung.

 

Häufige Fehler:

 

  • Messung auf verschmutzten Flächen

 

Schmutz, Wachs oder Politur können das Ergebnis beeinflussen.

Vor der Messung sollte die Oberfläche sauber und trocken sein.

 

  • Zu wenige Messpunkte

 

Eine einzelne Messung sagt wenig aus. Ein Fahrzeug kann beispielsweise überwiegend original sein und nur ein einzelnes repariertes Bauteil besitzen.

 

  • Falsche Interpretation

 

Ein hoher Messwert bedeutet nicht automatisch einen Schaden.

 

Mögliche Gründe:

 

  • mehrere originale Lackschichten
  • professionelle Restaurierung
  • werksseitige Unterschiede
  • zusätzlicher Korrosionsschutz
  • Falsches Messverfahren

 

Ein Gerät für Stahl funktioniert nicht automatisch zuverlässig auf Aluminium oder Kunststoff.

Vor jeder Messung muss klar sein, welcher Untergrund geprüft wird.

 

Lackschichtmessung beim Oldtimerkauf: Was solltest du beachten?

 

VW Käfer schlechter Lack Reparatur

 

Wenn du einen Oldtimer kaufen möchtest, gehört ein Lackmessgerät inzwischen zur sinnvollen Grundausstattung.

Es ersetzt jedoch keine Fachkenntnis.

 

Achte auf:

  • viele Vergleichsmessungen
  • gleichmäßige Werte
  • auffällige Abweichungen
  • Zusammenhang mit der Fahrzeughistorie

 

Ein Verkäufer, der nichts zu verbergen hat, wird einer professionellen Messung normalerweise offen gegenüberstehen.

 

Bedeutung der Messung für Gutachten und Restaurierungen

 

Auch Sachverständige und Restauratoren nutzen Lackschichtmessungen.

 

Bei Gutachten helfen sie dabei:

  • den Fahrzeugzustand einzuschätzen,
  • Restaurierungen zu dokumentieren,
  • Originalität zu bewerten,
  • Reparaturen zu erkennen.

 

Bei einer Restaurierung kann die Messung außerdem helfen, historische Lackaufbauten zu verstehen und möglichst originalgetreu zu arbeiten.

 

Fazit: Lackmessung schafft Transparenz

 

Durchrostung Oldtimer

 

Die Lackschichtmessung ist eines der wertvollsten Werkzeuge bei der Bewertung eines Oldtimers. Sie liefert keine komplette Fahrzeuganalyse, kann aber wichtige Hinweise über die Vergangenheit eines Klassikers geben.

Richtig angewendet zeigt sie, ob ein Fahrzeug seinen ursprünglichen Charakter bewahrt hat, professionell restauriert wurde oder möglicherweise versteckte Reparaturen besitzt.

Gerade beim Oldtimerkauf kann eine sorgfältige Lackprüfung den Unterschied zwischen einer guten Investition und einer teuren Überraschung ausmachen.

Im nächsten Kapitel geht es darum, welche Bedeutung der Oldtimer-Lack bei der Oldtimer-Begutachtung und Fahrzeugbesichtigung hat und wie Experten Lackzustand, Originalität und Restaurierungsqualität bewerten.

Um auf dem Laufenden zu bleiben und den dritten Teil des Ratgebers (und viele weitere interessante Artikel) nicht zu verpassen: Abonniere jetzt meinen Newsletter!

 

Im dritten und letzten Teil dieses Ratgebers erfährst Du, welche Rolle der Oldtimer-Lack für den Wert des Klassikers spielt, welchen Einfluss er auf das H-Kennzeichen hat, wie Du den richtigen Farbton findest und wie Du den Oldtimer-Lack am besten pflegst und erhältst. 

 

FAQ

Welche Lackschichtendicke ist bei einem Oldtimer normal?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Die Lackschichtendicke hängt stark von Baujahr, Hersteller, Lackart und Restaurierungsgeschichte ab.

 

Ältere Fahrzeuge besitzen häufig dünnere Lackaufbauten als moderne Fahrzeuge. Eine historische Werkslackierung kann beispielsweise deutlich weniger Material aufweisen als eine spätere Restaurierung mit Grundierung, Füller und Decklack.

 

Entscheidend ist weniger der einzelne Messwert, sondern das Gesamtbild:

 

Sind die Werte über das Fahrzeug gleichmäßig?

Gibt es einzelne starke Ausreißer?

Passt die Messung zur Fahrzeuggeschichte?

Sind Reparaturen dokumentiert?

 

Eine hohe Lackschichtendicke kann sowohl eine hochwertige Restaurierung als auch eine problematische Reparatur bedeuten.

Für die Messung der Lackschichtendicke gibt es spezielle Geräte. Diese funktionieren auf unterschiedliche Weise:

  • Magnetisch-induktive Messung (für magnetische Untergründe)
  • Wirbelstrom (für nichtmagnetische Metalle)
  • Ultraschall (auch für Kunststoffkarosserien geeignet)

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