Fragen rund um den Oldtimer!
Zum Thema Oldtimer lese ich häufig immer die selben Fragen. Manch einer von euch wird sagen: „Na, das weiß man doch.“ Doch würden diese Fragen nicht immer wieder gestellt werden, wenn es jeder wüsste. Ich habe in diesem Artikel die wichtigsten für euch zusammengefasst und kurz beantwortet. Zu einigen Themen gibt es auch Verlinkungen zu Artikeln, die eine weit ausführlichere Antwort geben, oder aber Geschichten, die Informationen vertiefen. Ihr bekommt Antworten zum H-Kennzeichen, zur Geschichte der motorisierten Mobilität, welche Umbauten sind erlaubt? Welche Oldtimer sind als Kapitalanlage geeignet? Dies und vieles mehr liest Du hier!
Fragensammlung zum Thema Oldtimer für Einsteiger und Insider
Ja, ich habe Google befragt! Ich fragte, welche Antworten häufig gesucht werden. Hier findest Du eine Sammlung der häufigsten Suchanfragen im Internet. Ich habe bewusst darauf verzichtet, ausschweifende Antworten zu verfassen. Viele Themen werden durch verlinkte Artikel vertieft. Doch nun los, auf geht’s mit der Befriedigung des Wissensdurstes.
Seit wann gibt es Automobile und Oldtimer?
Der Begriff „Oldtimer“ ist ein sogenannter Scheinanglizismus. Er bezeichnet Dinge, die die Zeit überdauert haben und erhaltenswert sind. Der erste Automobilclub entstand 1900 in Nürnberg. Der „Allgemeine Schnauferl-Club (ASC) ist der älteste, durchgehend existierende Oldtimerclub Deutschlands. Das Automobil als solches blickt auf eine lange Geschichte zurück. Diese begann nicht erst 1888 mit dem Patentwagen von Benz! Bertha Benz sorgte jedoch für den Durchbruch.
Ab wann ist ein Fahrzeug ein Oldtimer?
Der § 2 Abs. 22 der deutschen Fahrzeug-Zulassungsverordnung gibt ein Mindestalter von 30 Jahren (ab Erstzulassung) vor. Zudem muss das Fahrzeug weitestgehend original sein und sich in einem erhaltenswerten Zustand befinden. Ein Oldtimer sollte dem Erhalt fahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen. In vielen Ländern sind die Voraussetzungen ähnlich. Die persönlichen Meinungen gehen jedoch weit auseinander. Einige Oldtimerenthusiasten verstehen unter dem Begriff „Oldtimer“ Fahrzeuge, die weit älter als 30 Jahre sind.
Was ist der Unterschied zwischen Oldtimer und Youngtimer?
Während es für Oldtimer eine rechtliche Definition gibt, existiert eine solche für Youngtimer nicht. Im Allgemeinen gelten Youngtimer jedoch als kommende Klassiker. Also Liebhaberfahrzeuge, die sich weitestgehend im Originalzustand befinden und einen guten Pflegezustand aufweisen. Das Alter von Youngtimern beträgt in der Regel zwischen 20 und 30 Jahren ab Erstzulassung.
Was ist ein H-Kennzeichen?
Das H-Kennzeichen kann auf Wunsch und nach Begutachtung für Oldtimer vergeben werden. Hierzu ist ein technisches Gutachten (§ 23 StVZO) Voraussetzung. Eine bestandene Hauptuntersuchung reicht nicht aus. Der Oldtimer wird auf
- Originalität
- Erhaltungszustand
- Verkehrssicherheit
Überprüft. Ob das H-Kennzeichen finanzielle Vorteile bringt, hängt vom jeweiligen Oldtimer ab. Klassiker mit großen Motoren und schlechter Schadstoffklasse profitieren von einem pauschalen Steuersatz. Außerdem dürfen Fahrzeuge mit einem H-Kennzeichen ohne Umweltplakette die bestehenden Umweltzonen befahren. Eine Alternative für Sammler ist auch das rote 07er-Kennzeichen.
Welche Oldtimer sind am besten für Einsteiger geeignet?
Neulinge in der Oldtimerszene haben die meiste Freude an Klassikern, die
- Technisch überschaubar
- Zuverlässig und bestenfalls alltagstauglich
- Über eine gute Ersatzteilversorgung verfügen
- Günstig in Anschaffung und Unterhalt sind
Gute Beispiele für derartige Fahrzeuge sind VW-Käfer, Mercedes-Benz W 123, Volvo PV 544 (Buckelvolvo), BMW E 28, Citroën 2 CV (Ente), Renault 4, Ford Capri, Opel Kadett C. Aber auch Youngtimer sind oft ein guter Einstieg. Insbesondere, wenn Du nicht auf Komfort und Alltagstauglichkeit verzichten möchtest. Youngtimer stehen oft an der Schwelle zum Oldtimerstatus.
Was darf an einem Oldtimer umgebaut sein?
Für das Erlangen des Oldtimerstatus sind lediglich zeitgenössische Umbauten erlaubt. Eine Ausnahme besteht in sicherheitsrelevanten Teilen. So sind beispielsweise nachgerüstete Blinker an Vorkriegsfahrzeugen möglich.
Wie teuer ist es, einen Oldtimer zu restaurieren?
Es gibt natürlich keine Standardwerte. Die Kosten hängen von vielen Faktoren ab.
- Umfang der Restaurierung (Zustand und Typ des Klassikers)
- Ersatzteilpreise
- Beauftragung eines Fachbetriebes oder Selbstschrauber)
Durchschnittlich werden für Restaurierungen etwa 16.000 bis 45.000 Euro ausgegeben. Je nach Modell und Zustand kann eine Komplettrestaurierung aber auch 150.000 Euro und mehr verschlingen.
Kann ich meinen Oldtimer mit E 10 betanken?
Das hängt davon ab, um was für einen Oldtimer es sich handelt. Für Fahrzeuge vor 1990 wird meist davon abgeraten E 10 zu tanken. Der Grund liegt in der Chemie. Alkohol greift häufig die alten Gummidichtungen und Schläuche an. Außerdem zieht er Wasser an, was zu Korrosion im Tank und zu Algenbildung führen kann. Eine Möglichkeit besteht jedoch in alternativen Kraftstoffen wie E-Fuels. E-Fuels sind für die meisten Oldtimer kompatibel und führen nach Aussagen vieler Nutzer zu besserem Motorlauf. Dieselersatz in Form von HVO 100 funktioniert prinzipiell auch. Diesem Kraftstoff fehlt jedoch die Fähigkeit, Gummidichtungen aufquellen zu lassen.
Wie erkenne ich Rost am Klassiker?
Der gefährlichste Gegner des Oldtimers ist der Rost! Das Gefährliche an der braunen Pest ist, dass die Probleme meist sehr spät bemerkt werden. In vielen Fällen frisst sich Rost von innen nach außen. Wasser sammelt sich an schwer zugänglichen Stellen und verursacht Korrosion. Dazu kommen die schlechtere Blechqualität und weniger schützende Lackierungen früherer Zeiten. Zur rechtzeitigen Entdeckung von beginnendem Rost eignen sich Endoskope oder die Demontage von Blechteilen.
Welche Oldtimer werden im Preis steigen?
Ich bin kein Freund von Spekulationen. Viele, bisher gehypte Klassiker stiegen über Jahre rapide im Preis und sind kürzlich tief gefallen. Grund dafür: großes Angebot und sinkende Nachfrage. Betroffen waren vor allem Massenmodelle wie die Serienmodelle von Porsche (911), Mercedes-Benz (Pagode), VW Käfer und BMW 02. Bemerkenswert ist der aktuelle Preisanstieg bei Klassikern aus den 1980er- und 1990er-Jahren. Modelle wie Volvo 850, BMW 325i Baur (E36) und Honda Civic legten weit über 200 Prozent zu. Doch ob die aktuelle Preisentwicklung ein Langzeittrend wird, bleibt abzuwarten.
Welche Reifen brauche ich für meinen Oldtimer?
Gerade bei Vorkriegsklassikern gestaltet sich die Suche nach geeigneten Reifen schwierig. Einige Reifenhersteller bringen in größeren Abständen kleine Serien an originalgetreuen Reifen auf den Markt. Früher wurden Fahrzeuge meist mit Diagonalreifen ausgerüstet. Diese sind kaum noch zu bekommen. Dafür halten bestimmte Reifenfirmen moderne Radialreifen vor, die der Originalbereifung optisch sehr ähneln und gut ins Gesamtbild des Klassikers passen.
Wie viel kostet eine Oldtimer-Versicherung?
Für Oldtimerbesitzer bietet eine spezielle Oldtimer-Versicherung einiges Sparpotenzial. Hierbei ist ein H-Kennzeichen nicht immer Voraussetzung. Einige Versicherer bieten Oldtimer-Tarife für Fahrzeuge ab 20 Jahren. Häufig sind die Voraussetzungen
- Ausschließlich private Nutzung
- Kein Alltagsbetrieb (weiteres zugelassenes Alltagsfahrzeug)
- Fester Stellplatz (Garage/Grundstück)
- Maximale jährliche Fahrleistung
Außerdem verlangen viele Versicherungen (besonders beim Abschluss von Voll- oder Teilkasko) ein aktuelles Wertgutachten. Die Preise für eine gewöhnliche Oldtimer-Haftpflichtversicherung liegen häufig zwischen 40 und 115 Euro. Anders als bei der klassischen Fahrzeugzulassung spielen Typenklasse, Regionalklasse und Schadensfreiheitsrabatt keine Rolle. Das Mindestalter des Halters ist häufig auf 23 Jahre festgesetzt.
Wie oft muss ich mit einem Oldtimer zum TÜV?
Ist der Klassiker mit einem regulären H-Kennzeichen zugelassen, muss er, wie jedes andere Fahrzeug auch, alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung. Eine Ausnahme ist das rote 07er-Kennzeichen. Fahrzeuge, die mit einem solchen zugelassen sind, müssen nicht verpflichtend zum TÜV. Jedoch hat der Halter für den verkehrssicheren Zustand zu sorgen.
Kann das H-Kennzeichen aberkannt werden?
Kurz und ergreifend: Ja! Wird bei der Hauptuntersuchung festgestellt, dass sich der Zustand des Oldtimers verschlechtert hat oder dass nachträglich nicht zeitgenössische Umbauten stattfanden, kann das H-Kennzeichen aberkannt werden.
Was ist Patina am Oldtimer?
Unter Patina am Oldtimer versteht man normale Gebrauchsspuren an Lack und Interieur. Diese wird auch bei einer Begutachtung nicht zwangsläufig negativ bewertet. Geht es jedoch in Richtung Vernachlässigung (Durchrostungen, großflächige Schäden, Schmutz), dann spricht man nicht mehr von Patina. Leichte Kratzer, leichter, punktueller Flugrost oder eine Lederausstattung mit normalen Abnutzungen hingegen sind erlaubt. Oldtimer-Patina zeigt die Authentizität des Klassikers, erzählt gelebte Geschichte und schlägt sich immer mehr in höheren Verkaufspreisen nieder.
Kann ich einen Oldtimer leicht selbst reparieren?
Leicht ist relativ. Die Technik alter Fahrzeuge ist häufig einfacher aufgebaut. Dennoch braucht es grundsätzliches Verständnis über Fahrzeugtechnik. Wie funktionieren Motor, Antrieb, Fahrwerk? Auch die Funktionsweise der Elektrik sollte verstanden werden. Doch das alles kann (wenn gewollt) auch erlernt werden. Natürlich sollte auch die passende Ausrüstung bedacht werden. Mit falschem (oder fehlendem) Werkzeug wird die Schrauberei schnell zum Albtraum! Ganz wichtig: Besonders Arbeiten an sicherheitsrelevanten Teilen (Bremsen, Fahrwerk, Lenkung) sollten unbedingt von Profis ausgeführt werden!
Nicht alle Oldtimer-Fragen beantwortet?
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