Gestorbene Oldtimer-Marken: Die großen Legenden der Automobilgeschichte
Es gibt Automarken, die verschwinden leise. Und es gibt Marken, deren Ende sich anfühlt wie das Ausgehen eines Sterns. Genau darum geht es bei den gestorbenen Oldtimer-Marken: um große Namen, technische Visionen, spektakuläre Erfolge und oft ebenso spektakuläre Abstürze. Wenn Du heute einen Borgward Isabella siehst, einen Saab 900 hörst oder den typischen Zweitaktklang eines Wartburg wahrnimmst, begegnet Dir mehr als nur ein altes Fahrzeug. Du begegnest einem Stück Zeitgeschichte. Viele ehemalige Oldtimermarken prägten ganze Generationen. Manche waren ihrer Zeit voraus. Andere scheiterten an Krisen, politischen Veränderungen oder schlicht am Konkurrenzkampf. Und einige feiern heute tatsächlich ihr Comeback.
Warum starben Oldtimer-Marken?
Die Gründe für das Markensterben in der Automobilgeschichte sind fast so vielfältig wie die Fahrzeuge selbst.
Manche Hersteller verschwanden wegen wirtschaftlicher Probleme. Andere wurden von größeren Konzernen geschluckt oder konnten mit technischen Entwicklungen nicht Schritt halten. Besonders Ölkrisen, Weltkriege und strengere Umweltauflagen veränderten die Branche radikal.
Viele Oldtimer-Autos entstanden in einer Zeit, in der kleine Hersteller noch echte Chancen hatten. Doch spätestens ab den 1970er-Jahren wurde die Automobilindustrie zunehmend globalisiert. Große Konzerne dominierten den Markt, weil sie durch Massenproduktion günstiger produzieren konnten, während kleinere Marken aufgrund fehlender Mittel oft untergingen.
Hinzu kamen technische Umbrüche:
- der Wechsel vom Zweitakt- zum Viertaktmotor
- neue Sicherheitsstandards
- strengere Abgasvorschriften
- hohe Entwicklungskosten
Vor allem traditionsreiche Marken mit emotionalen Konzepten hatten es schwer, wirtschaftlich mitzuhalten.
Und manchmal lag es einfach am Zeitgeist.
Welche Marken gibt es nicht mehr?
Adler: Mit dem Standard 6 um die Welt!
Was 1880 mit Fahrrädern begann, wurde schon bald eine Erfolgsgeschichte des Automobilbaus. Bereits 1889 entstanden im Frankfurter Gallus-Viertel die ersten Voiturette-Autos (leichte dreirädrige Fahrzeuge). 1901 begannen die Adlerwerke auch mit der Produktion von Motorrädern. In den Verkaufsstatistiken Deutschlands etablierte sich Adler-Autos bis Mitte der 1930er-Jahre häufig auf dem dritten Platz (nach Opel und Auto Union). 1936 wurde der Frankfurter Automobilproduzent von Mercedes-Benz überholt und war an vierter Stelle.
Einige Oldtimer-Legenden brachte Adler hervor. Vor allem mit den Modellen Standard 6 und Standard 8 feierte Adler Erfolge. Von 1927 bis 1929 fuhr Clärenore Stinnes erstmals mit einem Auto um die Welt. Mit einem Standard 6! Der Adler 2,5 Liter (im Volksmund auch Autobahnadler genannt) erinnert mit seiner Stromlinienform an einen Käfer. Spielte in Sachen Größe und Motorleistung in einer ganz anderen Liga.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren die Adlerwerke schwer beschädigt. Eine Wiederaufnahme der Produktion von Autos wurde von der amerikanischen Besatzungsmacht untersagt. Die Fertigung von Motorrädern kam ab 1949 in Gang. Beliebt war die sportliche Adler MB 250 S. Doch schon 1958 war auch diese Ära zu Ende. Der Name Adler blieb zwar erhalten, jedoch brachte sie keine weiteren Fahrzeuge mehr hervor.
Borgward: der deutsche Traum vom Wirtschaftswunder
Kaum eine deutsche Marke steht so sehr für Aufstieg und Fall wie Borgward.
Carl F. W. Borgward baute nach dem Zweiten Weltkrieg ein Imperium auf. Modelle wie die elegante Isabella wurden zum Symbol des deutschen Wirtschaftswunders. Die Fahrzeuge wirkten modern, hochwertig und oft ihrer Konkurrenz voraus.
Doch hinter den Kulissen kämpfte Borgward mit finanziellen Problemen und chaotischem Management. 1961 war Schluss.
Bis heute ranken sich Mythen darum, ob Borgward wirklich pleite war – oder politisch fallen gelassen wurde. Borgward selbst war ein grandioser Ingenieur und Entwickler. Doch trotz allem waren besonders die Fahrzeuge der höheren Klassen und die Produktvielfalt Sargnägel für das Unternehmen. Der Absatz von Mittelklasse- und Oberklassefahrzeugen reichte nicht aus, um die Entwicklungs- und Herstellungskosten zu decken. Dazu kamen ein vernachlässigtes Händlernetz und ein kompliziertes Firmenkonstrukt. Nach einem ausgeschlagenen Angebot von Chrysler, sich mit 200 Millionen D-Mark am Unternehmen zu beteiligen, musste Borgward Ende 1960 die ersten Mitarbeiter entlassen.
1961 übergab Carl F. W. Borgward sein Unternehmen an das Land Bremen. Der eingesetzte Vorsitzende des Aufsichtsrates, Johannes Semler, war zur gleichen Zeit auch bei BMW Aufsichtsratsvorsitzender. Seine Neutralität darf man in Frage stellen. Die Rettungsversuche des Landes Bremen kosteten den Steuerzahler am Ende etwa 60 Millionen D-Mark. Für die 650.000 Einwohner bedeutete dies: pro Einwohner ein Verlust von fast 100 D-Mark.
Fragwürdig ist dennoch, ob die Firma tatsächlich Konkurs hätte anmelden müssen. 1961 wurden alle Kredite und Verbindlichkeiten gezahlt. Der Untergang der Marke Borgward bedeutete jedoch mehr. Für viele ist es das Ende des Wirtschaftswunders.
Legendäre Modelle:
- Borgward Isabella
- Borgward Arabella
- Borgward Hansa
- Borgward P100
- Großer Borgward (P 100)
Horch: Technischer Fortschritt, Qualität, Luxus
Wenn es um die meistverkauften Autos der Oberklasse der 1930er-Jahre geht, kommt man an Horch nicht vorbei. Bereits vor Gründung von August Horch & Cie baute August Horch Autos. 1926 präsentierte der sächsische Autobauer mit dem Horch 12/60 PS (Typ 303) den ersten deutschen Serienwagen mit einem Achtzylindermotor. Mit dem Zusammenschluss der Marken Wanderer, Audi, DKW und Horch 1932 ging die Erfolgsgeschichte weiter. Die Auto-Union-Rennwagen Typ A bis D wurden in der Rennabteilung von Horch konstruiert und schrieben Motorsportgeschichte.
Während des Zweiten Weltkrieges war Horch mit der Produktion von Rüstungsgütern ausgelastet. Ab 1948 wurden im nun enteigneten VEB Horch Kraftfahrzeug- und Motorenwerke Zwickau wieder Traktoren vom Typ RS01 (Pionier) und leichte LKW H3 hergestellt. Erst 1954 kam das erste, nach dem Krieg gebaute Oberklassefahrzeug auf den Markt. Der Sachsenring P 240. 1957 gab es aufgrund eines Streites um die Markenrechte eine weitere Änderung des Firmennamens. Von nun an hieß der Betrieb „VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau“. Wenig später wurde eine Legende der damaligen DDR präsentiert: der Trabant!
Saab: Flugzeugtechnik auf vier Rädern
Saab war nie gewöhnlich.
Die schwedische Marke brachte ihre Erfahrungen aus dem Flugzeugbau direkt in ihre Fahrzeuge ein. Das Ergebnis: aerodynamische Formen, innovative Sicherheitssysteme und eigenwilliges Design.
Der Saab 900 wurde zur Ikone. Besonders das Cockpit erinnerte eher an ein Flugzeug als an ein Auto.
Doch trotz treuer Fangemeinde verlor Saab unter wechselnden Eigentümern zunehmend seine Identität. 1989 ging Saab ein Joint-Venture mit GM ein. Beide Unternehmen waren mit jeweils 50 % beteiligt. Bis zum Jahr 2000 verkaufte Saab seine Anteile. Die Marke war somit im vollständigen Besitz von General Motors. Erholt hatte sich Saab seitdem nicht mehr. Die Wirtschaftskrise 2008/2009 setzte GM schwer zu. Interessenten wie Koenigsegg oder der chinesische Konzern BAIC scheiterten bei der Übernahme.
2010 ging Saab in den Besitz der niederländischen Sportwagenfirma Spyker über. Jedoch war Saab bereits zuvor in Zahlungsverzug gegenüber Zulieferern geraten. Die fehlende Lieferung von Komponenten führte zu Problemen in der Produktion. Die chinesische Autohandelsgruppe Pang Da wollte einspringen. Die Probleme rissen allerdings nicht ab. Im Dezember 2012 ging der traditionsreiche Hersteller in die Insolvenz.
Legendäre Modelle:
- Saab 92
- Saab 99 Turbo
- Saab 900 Turbo
- Saab Sonett
NSU: Der geniale Außenseiter
NSU begann als Hersteller von Strickmaschinen, wurde später Motorrad-Gigant und schließlich innovativer Automobilhersteller.
Motorräder wie die im Volksmund „Neckarsulmer Traktor“ genannte NSU 501 T oder NSU OSL und SS500/SS600 machten die Marke zur Legende.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Unternehmen finanziell sehr angeschlagen. Mit Albert Roder als Chefkonstrukteur und dem Direktor Gerd Stieler von Heydekampf schafften die Neckarsulmer es, zum größten Motorradhersteller der Welt aufzusteigen. Nicht zuletzt gelang das mit den Modellen NSU Max, Quickly und Lambretta. Auch die Beteiligung im Rennsport trug wesentlich zum Erfolg der Marke bei.
Erst 1953 stieg NSU in den Kraftwagenmarkt ein. Der NSU Prinz wurde ein Verkaufsschlager. Besonders mutig war der Einsatz des Wankelmotors. Mit viel Erfindergeist wurde 1963 das erste Auto mit einem Wankelmotor vorgestellt. Der NSU Wankel-Spider. Der futuristische NSU Ro 80 folgte wenige Jahre später und war technisch sensationell:
- modernes Design
- Halbautomatik
- Wankelmotor
- aerodynamische Karosserie
Doch die Technik war anfällig. Die hohen Garantiekosten brachten NSU in Schwierigkeiten. NSU wollte die PKW-Sparte ausbauen, größer denken. Das jedoch überstieg die finanziellen Möglichkeiten deutlich. Man versuchte eine Kooperation mit Audi. 1969 übernahm Audi die Marke. 1985 war die Marke NSU Geschichte.
Heute gilt der Ro 80 als Design-Ikone der 1970er.
Wartburg und Trabant: die Legenden aus dem Osten
Im Osten Deutschlands wurden Wartburg und Trabant zu automobilen Symbolen einer ganzen Epoche. Der Wartburg aus dem Automobilwerk Eisenach (AWE) sowie der Trabant aus dem VEB Sachsenring Kraftfahrzeug- und Motorenwerk Zwickau waren wohl die bekanntesten Vertreter des Automobilbaus der damaligen DDR.
Die Rennpappe
Der Trabant war einfach, laut und langsam – aber gleichzeitig Kult. Millionen Menschen warteten jahrelang auf ihren „Trabi“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus dem in der sowjetischen Besatzungszone liegenden Gelände der Auto-Union der VEB HORCH Kraftfahrzeug- und Motorenwerke Zwickau gegründet. 1957 wurde daraus der VEB Sachsenring. Anfangs wurden dort Luxuslimousinen vom Typ P 240 „Sachsenring“ gefertigt. Dann beschloss die Staatsführung, den ebenfalls in Zwickau gebauten Trabant P 50 zu priorisieren. Der P 240 wurde eingestellt.
Der Trabant hingegen entwickelte sich zum „Käfer des Ostens“. Was damals noch modern oder wenigstens zeitgemäß war, wurde aufgrund fehlender Weiterentwicklung zum Oldtimer als Neuwagen. Es gab Ideen und spannende Entwicklungen. Diese wurden jedoch nie in die Produktion gebracht.
1989, die Wende. „Westautos“ waren plötzlich in der DDR zu haben. Selbst die ältesten und heruntergerittensten Fahrzeuge, die über die Grenze kamen, waren deutlich moderner und bequemer als ein „Trabbi“. Wenn auch viele Käufer später bereuten, eines der ausrangierten Schrottautos erworben zu haben. Der letzte Versuch, den Trabant zu retten, war die Einführung des 1.1. Ausgestattet mit einem Vierzylindermotor aus dem Hause Volkswagen. Es hat nichts genützt. Der Verkauf brach ein, der Trabant war 1991 Geschichte.
Wichtige Meilensteine aus Sachsenring:
- P 70
- Trabant P 50
- Trabant P 60
- Trabant P 601
- Trabant 1.1
- P 240 (Sachsenring)
- LKW H3S und S 4000
Funfact: Der „Trabbi“ ist der wohl einzige Oldtimer, dessen Zulassungszahlen in den letzten Jahren gestiegen sind.
Die „Buschtrommel“
Wartburg wirkte dagegen fast luxuriös. Besonders die großen Limousinen waren in der DDR begehrt.
Der Wartburg 311 war ein durchaus interessantes Fahrzeug. Das zeigte sich auch im internationalen Absatz. Nicht nur im sozialistischen Ausland fand er Freunde. Käufer gab es unter anderem auch in Finnland, Schweden, USA und natürlich auch in der Bundesrepublik.
Über das Zwischenmodell Wartburg 312 (Karosserie vom 311, jedoch modernes Fahrwerk und besserer Motor) ging es zum 353 über. Bis dem Wartburg 1988 der völlig veraltete Dreizylinder-Zweitaktmotor genommen wurde und gegen einen modernen Vierzylinder von Volkswagen getauscht wurde. Dennoch war die Konstruktion veraltet, das Design ebenso. Der Eisenacher hatte auf dem Markt nach dem Mauerfall keine Chancen mehr. Wie bei Sachsenring gingen auch bei AWE 1991 die Lichter aus.
Legendäre Modelle:
- Wartburg 311
- Wartburg 312
- Wartburg 353
- Wartburg 1.3
Rover: britischer Adel mit tragischem Ende
Rover stand jahrzehntelang für britische Eleganz und Komfort.
Modelle wie der Rover P5 oder der Rover SD1 verbanden Luxus mit typisch britischem Stil. Doch die britische Autoindustrie litt massiv unter Streiks, Qualitätsproblemen und Fehlentscheidungen. Die wechselhafte Geschichte 2005 endgültig. 1967 wurde die Marke Rover ein Teil der British-Leyland. Dieses Konglomerat verband viele Marken unter ihrem Dach. Darunter Austin, MG, Triumph, Jaguar und einige mehr. Die Zeit als eigenständiges Unternehmen war vorbei. Nach einigem Auf und Ab sowie Wechsel der Eigentümer endete die Geschichte 2005 mit der Insolvenz.
Dennoch verdanken wir dem britischen Unternehmen unter dem Namen „Rover“ zahlreiche Ikonen des Automobilbaus. Selbst die Queen war begeisterte Fahrerin mehrerer Rover-Modelle (Rover P4 und P5).
Oldsmobile: die vergessene US-Legende
In den USA gehörte Oldsmobile einst zu den wichtigsten Marken überhaupt.
Die Marke existierte bereits seit 1897 und war einer der Pioniere der amerikanischen Großserienproduktion.
107 Jahre, 35 Millionen Oldsmobile. Die großartige Geschichte der Marke Oldsmobile endete am 29. April 2004. Die Auflösung kostete GM eine stolze Summe von 1 Milliarde Dollar. Das Inventar der Händler musste zurückgekauft werden.
Besonders in den 1950er- und 1960er-Jahren stand Oldsmobile für große V8-Motoren, Chrom und amerikanischen Luxus. Legenden wie der Oldsmobile 88 und Toronado entstanden. Viele technische Errungenschaften haben wir diesem Unternehmen zu verdanken. In den 2000er-Jahren brach der Umsatz stark ein. Im Jahre 2004 zog GM als Konzernmutter die Notbremse und stellte die Produktion ein. Oldsmobile ist nach Peugeot der am längsten verwendete Markenname für Automobile.
Simca, Talbot, DAF und Autobianchi
Viele europäische Marken verschwanden schleichend:
- Simca wurde Teil von Chrysler und später Peugeot. Seit 1978 wurde die Marke Simca nicht mehr verwendet.
- Talbot verschwand in den 1980ern. Das letzte selbst entwickelte Fahrzeug, das Projekt C35 wurde ab 1985 als Peugeot 309 vermarktet.
- DAF zog sich aus dem Pkw-Bereich zurück. Volvo baute den DAF 66 als Volvo 66 weiter. Auch der DAF 46 wurde noch ein Jahr nach Aufgabe der Marke von Volvo angeboten.
- Autobianchi wurde bereits 1968 vollkommen von Fiat absorbiert. Eine Zusammenlegung mit Lancia bedeutete das Aus für die meisten Modelle der Marke Autobianchi. Der Kleinwagen A112 und sein Nachfolger Y10 waren die letzten, mit dem Logo von Autobianchi versehenen Fahrzeuge. 1995 endete die Ära Autobianchi.
Dennoch leben ihre Fahrzeuge bis heute in der Oldtimer-Szene weiter.
MZ, Simson und Brough Superior: Gestorbene Motorrad-Legenden
Nicht nur Oldtimer-Autos verschwanden.
Die „Emme“ und die „Simme“
MZ und Simson prägten die Motorradwelt der DDR. Besonders Simson-Kleinkrafträder genießen heute Kultstatus. Schon damals waren sie, besonders in der ehemaligen DDR, beliebt. Selbst in alten Quelle- oder Neckermann-Katalogen waren sie zu finden. Besonders die Simme (Simson) erfreut sich heute größter Beliebtheit unter Jugendlichen. Darf sie doch laut Einigungsvertrag trotz Moped-Führerschein mit bis zu 60 km/h bewegt werden.
Der Niedergang kam, anders als bei AWE und Sachsenring, etwas später. Trotz wiederholter wirtschaftlicher Schieflage schaffte es beispielsweise Simson, bis 2006 zu überleben. MZ sogar bis 2008.
Rolls-Royce auf zwei Rädern
Brough Superior galt einst als „Rolls-Royce der Motorräder“. Die britische Luxusmarke verschwand lange vom Markt, bevor sie überraschend zurückkehrte. 1919 gegründet, wurde der Name schnell bekannt. Die Zuverlässigkeit und Schnelligkeit machten die Motorräder berühmt. Die ab 1922 gebaute Brough Superior SS 80 wurde mit einem Zertifikat ausgeliefert, dass eine Mindestgeschwindigkeit von 129 km/h erreicht wird. Die SS 100 wurde gar mit dem Versprechen verkauft, mindestens 161 km/h zu schaffen. Und das bereits 1924! 1940 wurde die Produktion eingestellt.
2008 erlebte die Brough Superior ein Comeback. Vorerst wurden Replikas der ursprünglichen Modelle gefertigt. Seit 2016 werden auch neue Maschinen im Retrostil gebaut.
DKW und Sunbeam: Große Namen, die Geschichte schrieben
DKW war einst einer der größten Motorradhersteller der Welt und Teil der Auto Union.
Sunbeam dagegen stand für britischen Motorsport und elegante Fahrzeuge.
Heute existieren beide Marken nur noch in Museen, Sammlungen und auf Oldtimer-Treffen.
Auferstandene Oldtimer-Marken
Manche Marken sterben nie ganz.
Borgward: das umstrittene Comeback
2015 kehrte Borgward tatsächlich zurück. Moderne SUV-Modelle sollten die Marke neu beleben.
Doch viele Fans kritisierten:
- fehlende Verbindung zur Originalmarke
- Produktion in China
- keine echte historische Identität
Trotzdem zeigte das Projekt, wie stark der Name Borgward bis heute wirkt.
Horex: Deutsche Motorräder leben wieder
Die traditionsreiche Motorradmarke Horex wurde mehrfach wiederbelebt.
Besonders spektakulär war die Vorstellung eines modernen VR6-Motorrads. Auch wenn wirtschaftliche Probleme erneut auftauchten, lebt die Marke weiterhin.
Wiesmann und andere Retro-Projekte
Auch wenn Wiesmann keine klassische historische Marke ist, zeigt die Firma, wie groß die Sehnsucht nach handgebauten Sportwagen mit klassischem Charakter geworden ist.
Immer mehr Hersteller setzen heute bewusst auf Retro-Design:
- Renault 5
- Fiat 500
- elektrische Neuinterpretationen klassischer Modelle
Die Vergangenheit verkauft sich wieder.
Welche Oldtimer-Marke gab es die längste und die kürzeste Zeit?
Die langlebigsten Marken
Einige Marken überlebten über ein Jahrhundert:
- Oldsmobile: 107 Jahre
- Rover: über 100 Jahre
- NSU: rund 90 Jahre Unternehmensgeschichte
Diese Hersteller erlebten:
- Weltkriege
- Wirtschaftskrisen
technische Revolutionen
Und trotzdem verschwanden sie irgendwann vom Markt.
Die kürzesten Marken
Manche Marken existierten nur wenige Jahre:
- Talbot in seiner letzten Form
- kurzlebige Nachkriegshersteller
- kleine Motorradmarken der 1920er
Viele verschwanden, bevor sie überhaupt bekannt wurden.
Gerade diese seltenen Fahrzeuge sind heute unter Sammlern oft besonders begehrt.
Fazit
Gestorbene Oldtimer-Marken erzählen Geschichten von Mut, Innovation und manchmal auch von tragischen Fehlentscheidungen.
Sie zeigen, wie emotional Automobilgeschichte sein kann. Denn Marken wie Saab, Borgward oder NSU waren mehr als Hersteller. Sie standen für Ideen, Lebensgefühl und technischen Charakter.
Vielleicht faszinieren uns Oldtimer deshalb bis heute so sehr:
Weil sie aus einer Zeit stammen, in der Fahrzeuge noch echte Persönlichkeiten hatten. Manchmal kehren diese Persönlichkeiten sogar zurück.
Welche Oldtimer-Marke wünschst Du Dir zurück? Schreib es in die Kommentare und vergiss nicht, meinen Newsletter zu abonnieren!
FAQ
Welche gestorbenen Oldtimer-Marken sind heute besonders wertvoll?
Besonders gefragt sind Fahrzeuge von Saab, Borgward, NSU, DKW und frühen Rover-Modellen. Seltene Varianten erzielen auf Auktionen teils hohe Preise.
Warum verschwanden so viele ehemalige Oldtimermarken?
Häufige Gründe waren wirtschaftliche Probleme, technische Umbrüche, Ölkrisen, Fusionen oder der Konkurrenzdruck großer Konzerne.
Welche Oldtimer-Marken wurden wiederbelebt?
Bekannte Beispiele sind Borgward, Horex und Brough Superior. Einige Marken existieren heute mit modernen Interpretationen ihrer klassischen Modelle.

















Im „Facebook“ (Gruppe „Youngtimer/Oldtimer finden, retten, aufbauen, zeigen und verkaufen“) über den Post (𝗚𝗲𝘀𝘁𝗼𝗿𝗯𝗲𝗻𝗲 𝗢𝗹𝗱𝘁𝗶𝗺𝗲𝗿-𝗠𝗮𝗿𝗸𝗲𝗻: 𝗗𝗶𝗲 𝗴𝗿𝗼ß𝗲𝗻 𝗟𝗲𝗴𝗲𝗻𝗱𝗲𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗔𝘂𝘁𝗼𝗺𝗼𝗯𝗶𝗹𝗴𝗲𝘀𝗰𝗵𝗶𝗰𝗵𝘁𝗲) gestolpert und neugierig mal draufgeklickt … und direkt den verlinkten Blog-Beitrag komplett bis zum Ende gelesen! Sehr interessant, etwas „komprimiert“ in den Aufzählungen, aber insgesamt informativ und lesenswert. Schön, wenn sich jemand die Mühe macht, historische Informationen zusammenzutragen, zu bündeln und so Wissen der Nachwelt zu erhalten. … Kleiner Tipp am Rande: In Chemnitz gibt es in der alten „Hochgarage“ (übrigens 1928 eine der ersten Hochgaragen in Deutschland zu ihrer Zeit mit Lastenfahrstuhl und Platz für 300 Fahrzeuge!) eine sehr interessante Sammlung an historischen Fahrzeugen, selbst Unikate sind vorhanden. Vielleicht mal einen Blick und einen Beitrag wert? ( http://www.fahrzeugmuseum-chemnitz.de )