Oldtimer-Fahrwerke damals und heute: Die faszinierende Geschichte des Fahrwerks vom Römerwagen bis zum modernen Auto

 

Fahrgestell eines Vorkriegsklassikers

 

Wenn Du in einem Oldtimer sitzt, spürst Du seine Geschichte nicht nur am Lenkrad, am Motor oder am Geruch des Innenraums. Du spürst sie vor allem unter Dir. Jede Bodenwelle, jede Kurve und jede Bremsung erzählt etwas über das Oldtimer-Fahrwerk seiner Zeit. Ein früher Wagen musste mit völlig anderen technischen Möglichkeiten auskommen als ein modernes Auto mit adaptiven Dämpfern, elektronischer Stabilitätsregelung und komplexer Mehrlenkerachse. Zwischen dem einfachen Wagen der Antike und dem computergeregelten Fahrwerk von heute liegen Jahrtausende technischer Entwicklung. Dabei ging es immer um dieselben Grundfragen: Wie bleibt ein Fahrzeug rollbar, lenkbar, komfortabel und sicher? Die Antworten darauf haben sich allerdings grundlegend verändert.

 

Was ist ein Fahrwerk?

 

Der Begriff Fahrwerk beschreibt die Gesamtheit der Bauteile, die das Fahrzeug mit der Fahrbahn verbinden und dafür sorgen, dass Räder geführt, gelenkt, gefedert und gedämpft werden. Im weiteren technischen Sinn gehören dazu insbesondere Radaufhängungen, Achsen, Federn, Dämpfer, Radführungselemente, Lenkung und die entsprechenden Verbindungselemente. Das Fahrwerk überträgt außerdem Antriebs-, Brems- und Seitenführungskräfte zwischen Fahrzeug und Straße.

Dabei ist eine wichtige Unterscheidung sinnvoll: Das Fahrgestell beziehungsweise die tragende Struktur trägt die wesentlichen Fahrzeugkomponenten und den Aufbau. Das Fahrwerk stellt die Verbindung zwischen dieser Struktur und der Fahrbahn her.

Beim modernen Pkw sind Fahrwerk und Karosserie allerdings häufig eng miteinander verbunden. Seit sich die selbsttragende Karosserie durchgesetzt hat, gibt es vielfach keinen klassischen separaten Rahmen mehr. Fahrwerkskomponenten werden stattdessen an Karosseriestrukturen oder Hilfsrahmen befestigt.

Die Aufgaben des Fahrwerks sind trotz aller technischen Entwicklung erstaunlich konstant geblieben:

Es muss die Räder führen, Unebenheiten ausgleichen, die Bodenhaftung möglichst erhalten, Kräfte übertragen und das Fahrzeug in Kurven kontrollierbar halten.

Und genau hier beginnt die Geschichte.

 

Das Fahrwerk beginnt lange vor dem Automobil

 

Fred Feuerstein Auto

 

Wer bei Fahrwerkstechnik an Mercedes, Citroën, BMW oder Porsche denkt, springt historisch einige Jahrtausende zu weit nach vorn.

Die Grundidee des Fahrwerks ist wesentlich älter als das Automobil.

Sobald Menschen Räder verwendeten, mussten sie eine Möglichkeit finden, Rad und Aufbau miteinander zu verbinden. Bereits im 4. Jahrtausend vor Christus sind starre Wagenachsen nachgewiesen. Speichenräder tauchten später auf und machten größere und leichtere Räder möglich. Größere Räder verbesserten insbesondere die Geländegängigkeit.

Ein Wagen war zunächst nichts anderes als eine Plattform auf Rädern. Komfort spielte eine untergeordnete Rolle. Entscheidend war, dass sich Lasten bewegen ließen.

Doch schon bald entstand ein Problem:

 

Wie bekommt man einen vierrädrigen Wagen um eine Kurve?

 

Alte Kutsche mit Drehschemellenkung

 

Die erste große Fahrwerksfrage: Wie lenkt man?

 

Bei einem einfachen zweiachsigen Wagen sind die Räder auf einer starren Vorderachse befestigt. Soll das Fahrzeug seine Richtung ändern, muss die gesamte Vorderachse irgendwie schwenken können.

Eine frühe Lösung war die Drehschemellenkung.

Dabei ist die Vorderachse nicht fest mit dem Wagen verbunden. Sie kann um einen zentralen Drehpunkt horizontal schwenken. Die beiden Vorderräder bleiben dabei parallel zueinander.

Dieses Prinzip wurde in unterschiedlichen historischen Epochen verwendet und war auch bei späteren Kutschen weit verbreitet. Es findet sich teilweise bis heute bei Anhängern und bestimmten Spezialfahrzeugen.

Interessant ist allerdings: Die Römer verwendeten nicht ausschließlich lenkbare Vorderachsen. Auch in der römischen Zeit gab es vierrädrige Wagen mit starrer Vorderachse. Die Entwicklung der Lenkung verlief also keineswegs geradlinig.

 

Der römische Wagen: Fahrwerk und Aufbau werden getrennt

 

Technisch besonders interessant ist die Trennung von Fahrwerk und Aufbau bei römischen Wagen.

Damit entstand ein Prinzip, das uns bis heute begleitet: Der Bereich, der die Räder und Achsen trägt, kann konstruktiv vom eigentlichen Aufbau getrennt werden.

Auch erste Formen der Federung tauchten bereits bei antiken Wagen auf. Die Kelten bauten leichte, gefederte Einachser, und bei römischen Reisewagen gab es Wagenkästen mit federnder Aufhängung.

Man kann also durchaus sagen:

Das Fahrwerk war schon in der Antike ein eigenes technisches System.

Allerdings hatte es mit dem Fahrwerk eines heutigen Pkw noch sehr wenig gemeinsam.

 

Vom Wagen zur Kutsche: Komfort wird zum Entwicklungsziel

 

Über Jahrhunderte blieb die Konstruktion grundsätzlich einfach. Starre Achsen und Holzräder bestimmten das Bild.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Kutschen veränderte sich jedoch die Aufgabenstellung.

Ein Wagen sollte nicht mehr nur Lasten transportieren. Menschen sollten darin über längere Strecken möglichst komfortabel reisen.

Damit wurde die Federung wichtiger.

Der Wagenkasten wurde zunehmend vom direkten Kontakt mit den Achsen entkoppelt. Lederbänder und andere elastische Elemente kamen zum Einsatz. Später wurden Stahlfedern entwickelt und eingesetzt.

Die Entwicklung der Stahlfeder war ein entscheidender Schritt.

Eine Feder speichert beim Einfedern Energie und gibt sie wieder ab. Genau darin liegt allerdings gleichzeitig ihr Problem: Eine Feder allein würde nach einer Bodenwelle mehrfach nachschwingen.

Damit war eine neue technische Aufgabe geboren:

Wie verhindert man, dass das Fahrzeug nach jeder Bodenwelle weiterwippt?

Die Antwort sollte erst sehr viel später überzeugend gelöst werden.

 

Die Blattfeder: Der Dauerläufer der Fahrwerkstechnik

 

Cadillac Oldtimer Vorderachse

 

Die Blattfeder gehört zu den wichtigsten historischen Fahrwerkselementen.

Mehrere flache Federblätter werden übereinandergelegt. Durch ihre Form und Materialeigenschaften können sie sich elastisch durchbiegen und dabei erhebliche Kräfte aufnehmen.

Für historische Fahrzeuge war das nahezu ideal.

Eine Oldtimer-Blattfeder konnte gleichzeitig mehrere Aufgaben übernehmen:

 

  • Sie federte das Fahrzeug, führte die Achse und übertrug Antriebs- und Bremskräfte.

 

Dadurch benötigte die Konstruktion weniger zusätzliche Radführungselemente.

Die klassische Bauweise bestand häufig aus einer Starrachse, die über Längsblattfedern mit dem Fahrzeug verbunden war.

Das hatte erhebliche Vorteile:

 

  • Die Konstruktion war robust, vergleichsweise einfach und für hohe Lasten geeignet.

 

Doch es gab auch Nachteile.

 

  • Da die Räder einer Achse miteinander verbunden sind, beeinflusst das Einfedern eines Rades grundsätzlich auch das andere. Bei einer Starrachse bewegen sich beide Räder gemeinsam.

 

Für Nutzfahrzeuge ist dieses Prinzip bis heute interessant. Für schnelle Pkw wurde es dagegen zunehmend zum Problem.

Denn je schneller ein Fahrzeug fährt, desto wichtiger wird es, dass jedes einzelne Rad möglichst präzise auf der Straße bleibt.

 

Die ersten Automobile: Plötzlich wird Geschwindigkeit zum Problem

 

Mit dem Automobil änderte sich die Situation grundlegend.

Ein Kutschenfahrwerk musste vor allem komfortabel und robust sein.

Ein Automobil musste zusätzlich mit deutlich höheren Geschwindigkeiten, Motorleistung und Bremskräften umgehen.

Die frühen Automobile übernahmen deshalb viele Konstruktionsprinzipien aus dem Kutschenbau.

Das ist wenig überraschend.

Die Ingenieure hatten keine jahrzehntelange Erfahrung mit Kraftfahrzeugen. Was funktionierte, wurde zunächst übernommen.

Starrachsen, Blattfedern, Kutschenräder und mechanische Bremsen gehörten deshalb zu den typischen Merkmalen früher Automobile.

Auch bei der Lenkung wurde experimentiert.

 

Carl Benz und die Achsschenkellenkung

 

Ein bemerkenswerter Schritt war die Achsschenkellenkung.

Beim Benz Patent-Motorwagen von 1886 war eine klassische Kutschen-Drehschemellenkung aufgrund der Dreiradkonstruktion nicht erforderlich. Der Wagen wurde über eine Steuerkopflenkung gelenkt.

Als Benz 1893 die Achsschenkellenkung patentierte, war ein wichtiger Schritt zum modernen Pkw-Fahrwerk getan. Beim Benz Victoria wurden die beiden gelenkten Vorderräder unabhängig voneinander über Achsschenkel und Spurstangen gelenkt.

Das klingt heute selbstverständlich.

Damals war es ein bedeutender Fortschritt.

Denn beim Kurvenfahren legen die inneren und äußeren Räder unterschiedliche Wegstrecken zurück. Die Räder sollten deshalb nicht einfach parallel gemeinsam geschwenkt werden.

Die Entwicklung der Lenkgeometrie wurde damit zu einem eigenen technischen Forschungsgebiet.

 

Warum die Starrachse so lange erfolgreich war

 

Aus heutiger Sicht könnte man meinen, die Starrachse sei eine primitive Konstruktion gewesen.

Das wäre falsch.

Die Starrachse besitzt einige bemerkenswerte Eigenschaften.

Bei einer starren Achse bleiben die beiden Räder geometrisch miteinander verbunden. Bei einer nicht angetriebenen Starrachse kann der Radsturz beispielsweise sehr konstant bleiben. Außerdem ist die Konstruktion robust und für hohe Lasten geeignet.

Das erklärt, warum Starrachsen so lange erfolgreich waren.

Das Problem lag nicht darin, dass sie grundsätzlich schlecht waren.

Das Problem entstand durch die steigenden Anforderungen.

Mehr Geschwindigkeit, bessere Reifen, stärkere Bremsen und höhere Kurvengeschwindigkeiten verlangten nach einer präziseren Radführung.

Und damit begann die nächste große Revolution.

 

Vom Blattfeder-Fahrwerk zur Einzelradaufhängung

 

Oldtimer-Fahrwerk und Motor

 

Die Einzelradaufhängung war einer der entscheidenden Entwicklungsschritte des Automobilfahrwerks.

Hier können sich die Räder einer Achse weitgehend unabhängig voneinander bewegen.

Fährt das rechte Rad über eine Bodenwelle, muss das linke Rad nicht automatisch dieselbe Bewegung ausführen.

Das verbessert Komfort und Fahrstabilität.

Allerdings erkauft man sich diesen Vorteil mit höherem konstruktivem Aufwand.

Plötzlich benötigt man Lenker, Gelenke, Lager und definierte Bewegungsbahnen.

Die Entwicklung der Radführung wurde dadurch zu einer der anspruchsvollsten Aufgaben im Fahrzeugbau.

 

Lancia Lambda: Ein Meilenstein

 

Ein frühes und berühmtes Beispiel ist der Lancia Lambda.

Lancia setzte bereits in den 1920er-Jahren auf eine Einzelradaufhängung vorn und eine selbsttragende Karosseriestruktur. Damit wurden wichtige Grundlagen des späteren modernen Fahrwerks vorweggenommen.

Trotz solcher frühen Konstruktionen dauerte es noch Jahrzehnte, bis sich die Einzelradaufhängung flächendeckend durchsetzte.

Starrachsen hielten sich teilweise noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg.

 

Warum die Vorderachse zuerst revolutioniert wurde

 

Die Vorderachse hatte bei der Entwicklung einen besonderen Stellenwert.

Sie muss mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen:

 

  • Das Rad muss gefedert werden.
  • Es muss geführt werden.
  • Es muss gelenkt werden.
  • Bei Frontantrieb muss es zusätzlich angetrieben werden.
  • Und es muss beim Bremsen erhebliche Kräfte aufnehmen.

 

Gerade bei Fahrzeugen mit Frontantrieb wurde eine unabhängige Vorderradaufhängung deshalb immer wichtiger.

Die klassische Lösung war lange der Doppelquerlenker.

Dabei wird das Rad über einen oberen und einen unteren Querlenker geführt. Die Lenker erlauben eine definierte Bewegung des Rades und ermöglichen es dem Konstrukteur, die Fahrwerksgeometrie gezielt zu beeinflussen.

Parameter wie Sturz, Spur, Nachlauf, Spreizung und Lenkrollradius können dadurch gezielt ausgelegt werden.

 

Das MacPherson-Federbein: weniger Teile, weniger Platzbedarf

 

MacPershon-Federbein Grafik

 

Eine der erfolgreichsten Fahrwerkskonstruktionen der Automobilgeschichte ist das MacPherson-Federbein.

Earl S. MacPherson entwickelte das Grundprinzip bei General Motors; ein entsprechendes Patent stammt aus dem Jahr 1949.

Die Idee war elegant:

 

  • Das Federbein übernimmt gleichzeitig die Aufgabe eines Dämpfers und eines wesentlichen Radführungselements.

 

Oben wird es am Karosseriedom abgestützt, unten ist es mit der Radaufhängung verbunden. Ein unterer Querlenker ergänzt die Führung.

Das spart Bauraum und Bauteile.

Gerade bei Fronttrieblern war das ein entscheidender Vorteil.

Der Motorraum konnte kompakter gestaltet werden, und im Vorderwagen blieb mehr Platz für Antrieb, Lenkung und andere Komponenten.

Deshalb setzte sich das MacPherson-Federbein insbesondere bei kleineren und mittleren Pkw durch.

Heute findet man es bei unzähligen Fahrzeugen.

Doch auch das MacPherson-Prinzip ist ein Kompromiss.

Die Führung ist nicht so frei gestaltbar wie bei einer aufwendigeren Mehrlenker- oder Doppelquerlenkerkonstruktion. Außerdem entstehen beim Einfedern Veränderungen der Fahrwerksgeometrie. Genau diese Kinematik ist für das Fahrverhalten entscheidend.

 

Oldtimer-Federung: Warum das Fahrgefühl so anders ist

 

Fahrwerk eines Sportwagen-Oldtimer

 

Wer einmal von einem modernen Pkw in einen klassischen Oldtimer steigt, bemerkt den Unterschied oft sofort.

 

  • Das Fahrzeug bewegt sich stärker.
  • Es nickt beim Bremsen.
  • Es neigt sich in Kurven.
  • Es reagiert stärker auf Bodenwellen.

 

Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Oldtimer-Fahrwerk schlecht konstruiert ist.

Es wurde schlicht für andere Anforderungen entwickelt.

Ein klassisches Oldtimer-Fahrwerk verfügt häufig über größere Federwege, weichere Federungsabstimmungen und weniger präzise Radführung als ein modernes Fahrzeug.

Hinzu kommen Reifen mit anderen Eigenschaften und oftmals schmaleren Querschnitten.

Das Fahrgefühl ist deshalb ein Zusammenspiel aus Fahrwerk, Reifen, Lenkung, Fahrzeuggewicht und Karosserie.

 

Der Oldtimer-Stoßdämpfer: Warum der Name eigentlich falsch ist

 

Federbeine / Stoßdämpfer und Federn eines Fahrwerkes

 

Beim Thema Oldtimer-Stoßdämpfer lohnt sich ein genauer Blick.

Technisch handelt es sich eigentlich um einen Schwingungsdämpfer.

Die Feder nimmt Energie auf und gibt sie wieder ab. Ohne Dämpfung würde sich das Fahrzeug nach einer Bodenwelle weiter aufschaukeln.

Der Dämpfer wandelt Bewegungsenergie im Wesentlichen in Wärme um und reduziert dadurch die Schwingungen.

Moderne Dämpfer arbeiten überwiegend hydraulisch.

Bei historischen Fahrzeugen gab es dagegen auch Reibungsdämpfer. Diese erzeugten ihre Dämpfungswirkung durch Reibung zwischen Bauteilen. Sie waren konstruktiv vergleichbar mit einem Lamellenpaket und benötigten regelmäßige Wartung beziehungsweise Einstellung.

Mehrblattfedern konnten selbst bereits eine gewisse Reibungsdämpfung erzeugen. Bei anderen Federungsarten waren zusätzliche Dämpfer umso wichtiger.

Reibungsdämpfer blieben bei bestimmten Fahrzeugen noch lange erhalten. Beim Citroën 2CV beispielsweise kamen sie bis etwa 1960 zum Einsatz.

Der Übergang zu hydraulischen Teleskopdämpfern brachte eine wesentlich bessere und gleichmäßigere Dämpfung.

 

Die hydraulische Dämpfung verändert das Oldtimer-Fahrwerk

 

Mit zunehmender Geschwindigkeit wurde die Dämpfung immer wichtiger.

Ein Fahrzeug mit starken Federn, aber zu geringer Dämpfung kann nach einer Bodenwelle regelrecht hüpfen.

Ein zu stark gedämpftes Fahrzeug kann dagegen hart wirken und Unebenheiten schlecht absorbieren.

Die Kunst liegt deshalb in der Abstimmung von:

 

Feder + Dämpfer + Reifen + Radführung.

 

Diese vier Komponenten arbeiten nicht unabhängig voneinander.

 

  • Die Feder bestimmt maßgeblich, wie stark das Fahrzeug auf eine Belastung reagiert.
  • Der Dämpfer kontrolliert die Geschwindigkeit dieser Bewegung.
  • Der Reifen ist selbst ein elastisches Element.
  • Die Radführung bestimmt, wie sich das Rad dabei geometrisch bewegt.

 

Das moderne Fahrwerk ist deshalb kein Sammelsurium einzelner Bauteile, sondern ein abgestimmtes Gesamtsystem.

 

Drehstabfederung: Federstahl ohne Schraubenfeder

 

Eine interessante Alternative zur Blatt- und Schraubenfeder war die Drehstabfeder.

Dabei wird ein Stahlstab durch Torsion, also Verdrehung, elastisch belastet.

Das Prinzip ist platzsparend und erlaubt eine relativ einfache Einstellung der Fahrzeughöhe.

Ab den 1930er-Jahren gewann die Drehstabfederung an Bedeutung. Auch der Volkswagen Käfer nutzte sie.

Gerade bei Fahrzeugen mit Heckmotor und kompakter Konstruktion war das interessant.

Der Käfer zeigt außerdem, dass die Entwicklung des Fahrwerks keineswegs ausschließlich auf eine einzige technische Lösung hinauslief.

Während viele Hersteller Schraubenfedern einsetzten, blieben Drehstäbe bei bestimmten Konstruktionen lange erfolgreich.

 

Starrachse, Pendelachse und De-Dion-Achse

 

Bei der Hinterachse entwickelte sich eine ganze Familie unterschiedlicher Lösungen.

Eine klassische angetriebene Starrachse verbindet die beiden Hinterräder über das Achsgehäuse. Differential, Achsantrieb und Teile der Antriebswellen bewegen sich mit der Achse.

Das erhöht die ungefederten Massen.

Und genau diese sind für das Fahrverhalten problematisch.

Je größer die ungefederte Masse, desto schwieriger kann es für die Federung werden, das Rad schnell und kontrolliert an die Fahrbahn anzupassen.

 

Die De-Dion-Achse

Oldtimer-Chassis mit De-Dion-Achse

 

Die De-Dion-Achse ist ein faszinierender Kompromiss.

Sie verbindet die beiden Räder über ein starres Führungsrohr beziehungsweise eine starre Achsführung, während Differential und Achsantrieb am Fahrzeugaufbau befestigt werden.

Die Antriebskräfte werden über Gelenkwellen zu den Rädern übertragen.

Dadurch bleiben wichtige Vorteile der Starrachse erhalten, insbesondere eine relativ konstante Spur- und Sturzbeziehung, während die ungefederten Massen reduziert werden.

Die Konstruktion ist aufwendig.

Aber genau darin liegt ihre historische Bedeutung: Ingenieure versuchten, die Vorteile einer Konstruktion zu behalten und gleichzeitig deren Nachteile zu beseitigen.

 

Mehrlenkerachsen: Das Fahrwerk wird zum Präzisionsinstrument

 

Mit der Mehrlenkerachse wurde die Radführung noch stärker von der klassischen starren Achskonstruktion gelöst.

Mehrere einzelne Lenker übernehmen unterschiedliche Aufgaben.

Ein Lenker kann beispielsweise Längskräfte aufnehmen, ein anderer die Querführung beeinflussen. Durch die genaue Positionierung der Gelenkpunkte lässt sich die Bewegung des Rades beim Ein- und Ausfedern gezielt bestimmen.

Damit kann der Konstrukteur beeinflussen, wie sich Sturz, Spur und andere geometrische Größen verändern.

Das Ziel ist nicht, jede Bewegung vollständig zu verhindern.

Das Ziel ist, die richtige Bewegung kontrolliert zuzulassen.

Genau hier liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen historischen und modernen Fahrwerken.

Ein Oldtimer-Fahrwerk ist häufig mechanisch vergleichsweise einfach.

Ein modernes Fahrwerk ist dagegen in hohem Maß auf definierte Kinematik ausgelegt.

 

Stabilisator: Weniger Wanken, mehr Seitenführung

 

Eine weitere wichtige Entwicklung ist der Stabilisator.

Er verbindet die Radaufhängungen einer Achse und arbeitet als Torsionsfeder.

Bei einer Kurvenfahrt neigt sich die Karosserie nach außen. Der Stabilisator wirkt dieser Wankbewegung entgegen, indem er die Federbewegungen der beiden Seiten miteinander koppelt.

Der Effekt ist allerdings nicht einfach „je stärker, desto besser“.

Ein sehr starker Stabilisator kann die Seitenführung der einzelnen Achse beeinflussen und damit das Eigenlenkverhalten verändern.

Auch hier zeigt sich:

Fahrwerkstechnik ist immer ein Kompromiss.

Komfort, Kurvenverhalten, Traktion, Sicherheit und Fahrstabilität müssen zusammenpassen.

 

Die 1970er und 1980er: Elektronik zieht ins Oldtimer-Fahrwerk ein

 

Bis weit ins 20. Jahrhundert war das Fahrwerk überwiegend mechanisch.

Dann änderte sich das.

Sensoren konnten plötzlich Raddrehzahlen, Lenkwinkel, Querbeschleunigung und andere Zustände erfassen.

Mit ABS und später ESP wurde die elektronische Regelung zu einem wesentlichen Bestandteil der Fahrdynamik.

Das ESP kann beispielsweise erkennen, wenn ein Fahrzeug von der gewünschten Fahrtrichtung abweicht, und gezielt einzelne Räder abbremsen beziehungsweise die Antriebsmomentverteilung beeinflussen.

Das Fahrwerk wurde damit nicht ersetzt.

Es bekam einen elektronischen Partner.

Parallel wurden elektronisch verstellbare Dämpfer entwickelt.

Damit konnte die Dämpfercharakteristik abhängig von Fahrzustand und Fahrprogramm verändert werden.

Die klassische Frage lautete:

„Wie konstruiere ich ein Fahrwerk, das möglichst viele Situationen gut beherrscht?“

Die moderne Frage lautet zunehmend:

„Wie kann ich das Fahrwerk für jede Situation neu einstellen?“

 

Aktive Fahrwerke: Wenn das Auto selbst mitdenkt

 

Der nächste Schritt war die aktive Federung.

Bereits ab den 1980er-Jahren gab es erste Serienansätze für aktive Systeme. Toyota setzte beispielsweise beim Soarer früh auf elektronisch beeinflusste Fahrwerksfunktionen; später folgten unter anderem Nissan, Citroën und Mercedes-Benz mit unterschiedlichen aktiven beziehungsweise semiaktiven Konzepten. Mercedes führte 1999 mit Active Body Control im C 215 ein System ein, das Wanken und Nicken der Karosserie gezielt beeinflussen konnte.

Heute können moderne Fahrwerke Daten von zahlreichen Sensoren auswerten.

Das System kann beispielsweise erkennen:

 

  • Wie schnell fährt das Fahrzeug?
  • Wie stark lenkt der Fahrer?
  • Wie stark beschleunigt oder bremst das Fahrzeug?
  • Wie bewegt sich die Karosserie?
  • Wie stark bewegen sich die einzelnen Räder?

 

Aus diesen Informationen kann die Dämpfung angepasst werden.

Damit wird aus dem klassischen Fahrwerk zunehmend ein mechatronisches System.

Eine weitere Entwicklungsstufe ist die Luftfederung.

Statt einer Stahlfeder übernimmt ein Luftbalg die Federfunktion.

 

Der Vorteil:

 

  • Die Federcharakteristik und Fahrzeughöhe lassen sich abhängig vom System beeinflussen.

 

Bei modernen Fahrzeugen kann das Fahrzeug beispielsweise bei höherem Tempo abgesenkt werden, um Aerodynamik und Fahrstabilität zu verbessern. Bei höherem Fahrzeugbedarf kann die Karosserie wieder angehoben werden.

Luftfedern sind längst nicht mehr nur Luxusausstattung. Sie finden sich auch bei Nutzfahrzeugen, Bussen und verschiedenen Pkw.

Technisch unterscheiden sie sich allerdings deutlich von klassischen Stahlfedern.

 

Was moderne Fahrwerke heute leisten

 

Inspektion eines KFZ-Fahrwerkes

 

Ein modernes Pkw-Fahrwerk muss wesentlich mehr können als das Fahrwerk eines frühen Automobils.

 

Es muss gleichzeitig:

 

  • komfortabel,
  • stabil,
  • präzise,
  • sicher,
  • leicht,
  • kompakt,
  • energieeffizient
  • und zunehmend auch elektronisch regelbar sein.

 

Dazu kommen neue Anforderungen durch Elektrofahrzeuge.

Batterien erhöhen das Fahrzeuggewicht und verändern dessen Schwerpunkt. Gleichzeitig benötigen Elektrofahrzeuge eine andere Package-Auslegung, weil ein großer Verbrennungsmotor mit Getriebe und Abgasanlage entfällt.

Das stellt die Fahrwerksentwicklung vor neue Aufgaben.

Hohe Fahrzeugmassen müssen kontrolliert werden, während gleichzeitig Komfort, Reichweite und Fahrdynamik erhalten bleiben sollen.

 

Vom mechanischen Bauteil zum intelligenten System

 

Wenn Du heute unter ein modernes Fahrzeug schaust, findest Du kaum noch das einfache Bild einer Achse mit Feder und Dämpfer.

Stattdessen treffen zahlreiche Systeme aufeinander:

Radträger, Querlenker, Längslenker, Gelenke, Lager, Federn, Dämpfer, Stabilisatoren, Sensoren und elektronische Steuergeräte.

Dazu kommen Assistenzsysteme, ABS und ESP.

Die Fahrwerksentwicklung hat damit einen bemerkenswerten Wandel vollzogen.

Aus einer mechanischen Verbindung zwischen Wagen und Straße wurde ein hochpräzises Regelungssystem.

Die grundlegenden Aufgaben sind trotzdem dieselben geblieben.

 

  • Das Rad muss Kontakt zur Straße behalten.
  • Es muss geführt werden.
  • Das Fahrzeug muss lenkbar bleiben.
  • Und die Kräfte zwischen Reifen und Straße müssen kontrolliert übertragen werden.

 

Warum das Oldtimer-Fahrwerk heute noch fasziniert

 

Oldtimer-Fahrwerk

 

Gerade im Vergleich mit modernen Fahrzeugen wird deutlich, was einen Oldtimer technisch so interessant macht.

Bei einem klassischen Fahrzeug kannst Du die Funktion vieler Bauteile noch unmittelbar nachvollziehen.

 

  • Eine Blattfeder ist sichtbar.
  • Ein mechanischer Reibungsdämpfer ist verständlich.
  • Eine Starrachse lässt sich mechanisch erklären.
  • Eine alte Lenkung funktioniert ohne Steuergerät.

 

Das macht historische Fahrwerke für Restauratoren und Oldtimerfreunde besonders spannend.

Gleichzeitig sollte man ihre Grenzen kennen.

Ein Oldtimer wurde nicht für heutige Verkehrsbedingungen konstruiert. Moderne Reifen, höhere Verkehrsdichte, höhere Geschwindigkeiten und moderne Bremsanlagen verändern die Anforderungen.

Wer ein Oldtimer-Fahrwerk restauriert, sollte deshalb nicht einfach möglichst viele moderne Komponenten einbauen.

Die entscheidende Frage lautet:

Was soll erhalten bleiben und was darf technisch verbessert werden?

Das ist eine Frage der Originalität, der Sicherheit und des Einsatzzwecks.

 

Kleines Oldtimer-Fahrwerk-Wiki: Die wichtigsten Begriffe verständlich erklärt

 

Achse

 

Eine Achse verbindet beziehungsweise führt die Räder einer Fahrzeugseite oder einer Fahrzeugachse. Bei einer Starrachse sind beide Räder mechanisch miteinander verbunden. Bei Einzelradaufhängungen können sich die Räder weitgehend unabhängig bewegen.

 

Achsschenkel

 

Der Achsschenkel beziehungsweise Radträger verbindet das Rad mit der Radaufhängung. Bei gelenkten Rädern bildet er einen wesentlichen Bestandteil der Lenkkinematik.

 

Achsschenkellenkung

 

Bei der Achsschenkellenkung werden die Räder einzeln um eine definierte Lenkachse geschwenkt. Dadurch können Innen- und Außenrad unterschiedliche Lenkwinkel einnehmen.

 

Blattfeder

 

Eine aus einem oder mehreren Federblättern bestehende Stahlfeder. Bei historischen Fahrzeugen übernimmt sie häufig gleichzeitig Federungs- und Führungsaufgaben.

 

De-Dion-Achse

 

Eine Hinterachskonstruktion, bei der die Räder durch ein starres Führungselement miteinander verbunden sind, während Differential und Achsantrieb am Fahrzeugaufbau befestigt werden. Dadurch können die ungefederten Massen gegenüber einer klassischen angetriebenen Starrachse reduziert werden.

 

Dämpfer

 

Technisch korrekt: Schwingungsdämpfer. Er reduziert die Schwingungen der Federung und verhindert ein übermäßiges Aufschaukeln des Fahrzeugs.

 

Drehschemellenkung

 

Eine historische Lenkbauart, bei der die komplette Vorderachse um einen zentralen Drehpunkt geschwenkt wird.

 

Einzelradaufhängung

 

Radaufhängung, bei der sich die Räder einer Achse unabhängig voneinander bewegen können.

 

Feder

 

Feder eines Autofahrwerkes

 

Ein elastisches Bauteil, das sich unter Belastung verformt und dabei Energie speichert.

 

Federbein

 

Eine Baugruppe, bei der Dämpfer und Feder sowie weitere Funktionen der Radführung konstruktiv zusammengefasst werden. Das bekannteste Beispiel ist das MacPherson-Federbein.

 

Federbeinlager

 

Auch als Domlager bezeichnet, ist die Verbindungsstelle zwischen Federbein und Karosserie. Sie dienen der Steigerung des Fahrkomforts, indem sie Straßen- und Abrollgeräusche von der Karosserie fernhalten.

 

Gasdruckstoßdämpfer

 

Beim Gasdruckstoßdämpfer wird das Dämpferöl zusätzlich mit unter Druck stehendem Gas, meist Stickstoff, unterstützt. Dadurch wird die Schaumbildung des Öls reduziert und die Dämpfungswirkung stabilisiert.

 

Konventioneller Hydraulikstoßdämpfer

 

Ein Hydraulikstoßdämpfer bremst die Bewegung der Federung, indem Dämpferöl durch Ventile gepresst wird. Er verhindert, dass das Fahrzeug nach Bodenwellen stark nachschwingt.

 

Koppelstange

 

Oftmals auch Stabilisatorstrebe oder Pendelstütze genannt, ist eine Verbindung zwischen Stabilisator und Fahrwerk und dient der Minimierung von Wankbewegungen in Kurven.

 

McPherson-Federbein

 

Eine platzsparende Radaufhängung, bei der das Federbein einen wesentlichen Teil der Radführung übernimmt. Das System wurde von Earl S. McPherson entwickelt und 1949 patentiert.

 

Nachlauf

 

Der Nachlauf beschreibt den Abstand zwischen dem Aufstandspunkt des Reifens und dem Schnittpunkt der Lenkachse mit der Fahrbahn in Seitenansicht. Er beeinflusst unter anderem den Geradeauslauf und die Rückstellkräfte der Lenkung.

 

Panhardstab

 

Ein quer zur Fahrzeuglängsrichtung angeordneter Lenker, der beispielsweise bei einer Starrachse die seitliche Position der Achse gegenüber dem Aufbau kontrolliert.

 

Querlenker

 

Der Querlenker führt das Rad seitlich und ermöglicht gleichzeitig die Bewegung beim Ein- und Ausfedern. Seine Geometrie beeinflusst unter anderem Sturz und Spur.

 

Radführung

 

Die Gesamtheit der Bauteile und deren Geometrie, die festlegen, wie sich ein Rad beim Ein- und Ausfedern sowie beim Lenken bewegt.

 

Radlager

 

Das Radlager ermöglicht die Drehung des Rades und nimmt gleichzeitig hohe radiale und axiale Kräfte auf. Bei Oldtimern kommen häufig einstellbare Kegelrollenlager zum Einsatz.

 

Spurstange

 

Die Spurstange überträgt die Lenkbewegung vom Lenkgetriebe auf die Räder. Spurstangenköpfe ermöglichen dabei die notwendigen Bewegungen der Radaufhängung.

 

Stabilisator

 

Ein torsionsfähiges Bauteil, das die Wankbewegung des Fahrzeugaufbaus reduziert, indem es die Bewegungen der linken und rechten Radaufhängung miteinander koppelt.

 

Starrachse

 

Eine Achse, bei der die beiden Räder mechanisch miteinander verbunden sind. Das Einfedern eines Rades beeinflusst dadurch grundsätzlich das gegenüberliegende Rad.

 

Sturz

 

Der Winkel, in dem das Rad in Vorderansicht gegenüber der Senkrechten steht. Negativer Sturz bedeutet, dass die Oberseite des Rades zur Fahrzeugmitte geneigt ist.

 

Spur

 

 

Die Stellung der Räder zueinander in Draufsicht. Eine korrekte Spureinstellung beeinflusst Geradeauslauf, Lenkverhalten und Reifenverschleiß.

 

Ungefederte Masse

 

Dazu zählen vereinfacht die Fahrzeugteile, die sich unmittelbar mit dem Rad gegenüber der Karosserie bewegen, beispielsweise Teile von Radträger, Bremse, Achse und bei bestimmten Konstruktionen Antriebswellen. Eine geringe ungefederte Masse erleichtert es der Federung, das Rad schnell an Unebenheiten anzupassen.

 

Wankbewegung

 

Das seitliche Neigen des Fahrzeugaufbaus um die Längsachse, beispielsweise bei Kurvenfahrt.

 

Fazit: Vom Wagenrad zum intelligenten Fahrwerk

 

Die Geschichte des Fahrwerks ist eine Geschichte immer höherer Anforderungen.

 

  • Am Anfang musste ein Wagen überhaupt rollen.
  • Dann musste er lenkbar werden.
  • Später sollte er komfortabler werden.
  • Mit dem Automobil kam Geschwindigkeit hinzu.

 

Mit höherer Geschwindigkeit wurden präzisere Radführung, bessere Federung und wirksamere Dämpfung notwendig.

Aus der Starrachse entwickelte sich die Einzelradaufhängung. Blattfedern bekamen Konkurrenz durch Schrauben- und Drehstabfedern. Reibungsdämpfer wurden durch hydraulische Schwingungsdämpfer ersetzt. Doppelquerlenker und McPherson-Federbeine veränderten die Konstruktion. DeDion- und Mehrlenkerachsen ermöglichten eine immer genauere Radführung.

Und schließlich kam die Elektronik.

Heute kann ein Fahrwerk seine Eigenschaften abhängig von Fahrsituation und Fahrzustand verändern.

Trotzdem bleibt die Grundaufgabe dieselbe wie beim Wagen vor Jahrtausenden:

Das Rad muss den Kontakt zur Straße behalten und die Kräfte zwischen Fahrzeug und Fahrbahn kontrolliert übertragen.

Vielleicht ist genau das der faszinierendste Aspekt an der Geschichte des Fahrwerks: Die Technik hat sich radikal verändert. Die physikalische Aufgabe ist geblieben.

Hinweis: Die historischen Entwicklungen verliefen teilweise parallel und nicht bei allen Herstellern und Fahrzeugtypen gleich. Die Darstellung fasst die wesentlichen Entwicklungslinien der Fahrwerkstechnik zusammen.

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FAQ

Warum hatten Oldtimer häufig Blattfedern?

Blattfedern waren robust, einfach aufzubauen und konnten gleichzeitig Federungs- und Führungsaufgaben übernehmen. Deshalb eigneten sie sich besonders gut für die damaligen Starrachsen und waren sowohl bei Pkw als auch bei Nutzfahrzeugen weit verbreitet.

Mit steigenden Geschwindigkeiten und höheren Anforderungen an Komfort und Fahrdynamik wurde es immer wichtiger, dass sich jedes Rad möglichst unabhängig von den anderen bewegen konnte. Die Einzelradaufhängung erlaubt eine wesentlich gezieltere Beeinflussung der Radführung und Fahrwerksgeometrie.

Ein klassisches Oldtimer-Fahrwerk ist meist mechanisch einfacher aufgebaut und verwendet häufig Starrachsen, Blattfedern, Drehstäbe oder einfache Einzelradaufhängungen. Moderne Fahrwerke nutzen dagegen komplexe Radführungen, optimierte Kinematik, hydraulische oder elektronisch geregelte Dämpfer und teilweise Luft- oder aktive Federung. Hinzu kommen elektronische Systeme wie ABS und ESP.

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