Zwischen Rost und Erinnerungen: Der junge Verbinder der Mitsubishi-Oldtimer-Szene

 

Mitsubishi Galant Oldtimer auf Oldtimermesse

 

Meine Reise in die Oldtimerszene des Ruhrpotts führte mich auch zu Max. Wie auch Peter Plessa oder Andreas Stahl ist auch er kein Unbekannter. Vor allem die Liebhaber japanischer Klassiker, insbesondere die der Mitsubishi-Oldtimer, werden ihn kennen. Ein sympathischer junger Mann, der einige Oldtimer sein Eigen nennt und viel für den Zusammenhalt der Szene tut. Max fährt einen Mitsubishi Galant der vierten Generation im Alltag. Nur einer seiner Klassiker! Der eher unscheinbare 1981er-Nippon-Klassiker ist als Turbodiesel dennoch etwas Besonderes. Als kleiner YouTube-Star hatte das Auto bereits Auftritte in der legendären „Halle77“ und bei den „Ruhrpottschraubern“.   Wer mit einem Mitsubishi-Klassiker liebäugelt, der sollte diesen Artikel aufmerksam lesen.

 

Der erste japanische Turbodiesel und Bestseller in Deutschland!

 

Mitsubishi Galant Oldtimer auf Oldteimertreffen

 

Der Daily-Driver von Max ist ein interessanter Oldie. Ist der Mitsubishi Galant aus dem Jahre 1981 doch der erste japanische Turbodiesel und mit 4.125 Exemplaren der meistverkaufte Turbodiesel in Deutschland gewesen. Die Geschichte des Galant begann jedoch weit früher. Nur ist in Deutschland nur wenig darüber bekannt.

Bereits 1969 kam die erste Generation des Mitsubishi Galant auf den japanischen Markt. Damals wurde er unter der Bezeichnung „Colt Galant“ angeboten. Nachdem Chrysler 1970 Anteile des Mitsubishi-Konzerns übernahm, wurde der Galant auch nach Nordamerika exportiert. Dort wurde er als Dodge Colt vermarktet. Es gab ihn als

  • Viertürige Limousine
  • fünftürigen Kombi
  • Zweitüriges Coupé mit Hardtop

Im selben Jahr folgte ein Fließheck-Coupé, Galant GTO, welches vom Design stark an die damals populären Muscle-Cars erinnerte. Leider wurde dieser Galant in Deutschland nicht angeboten.

Die zweite Generation des Galant schaffte es nach Europa. Jedoch nicht nach Deutschland. Erst 1977 wurde die dritte Generation des Galant (ab 1976 gebaut) auch in Deutschland angeboten. Allerdings entfiel die Coupé-Variante. Diese Lücke füllte Mitsubishi mit dem Sapporo.

Die vierte Generation, die auch Max besitzt, kam im September 1980 nach Deutschland. Der Mitsubishi Galant wurde bedeutend kantiger. Dem Zeitgeist entsprechend. Interessant ist der 2,3-Liter-Turbodiesel. Das 84 PS leistende Aggregat litt, wie in den frühen Jahren üblich, unter recht starken Vibrationen. Um diese im Leerlauf etwas zu reduzieren, wurde das manuelle Fünfgang-Getriebe mit einer Parkstellung, wie von Automatikfahrzeugen bekannt, ausgerüstet. Die Benzinvarianten konnten wahlweise mit manuellem Vier- oder Fünfgang-Getriebe oder Automatik bestellt werden.

 

„Auto“ war sein erstes Wort!

 

Opel Astra

 

Naja, nicht das erste, aber wohl eines der ersten Worte, die Max sprach. Der heute 37-Jährige wuchs als Kind einer Pädagogenfamilie auf. Einen wirklichen „automobilen Hintergrund“ gab es in der Familie nicht. Dennoch hatte Max frühzeitig (wie wohl fast alle Jungs dieser Zeit) großes Interesse an Autos. Nach eigenen Aussagen konnte er bereits als Dreijähriger viele Automodelle unterscheiden. An überbordendem Medienkonsum hat es damals wohl nicht gelegen. Seine Bildschirmzeit war eher knapp (im Gegensatz zu heutigen Zeiten). Und doch fiel ihm eines Tages ein Werbevideo auf einer VHS-Kassette in die Hände. Darin ging es um den ersten Mitsubishi Space Wagon.

Später verlagerten sich Max‘ Interessen mehr in Richtung Computer. Doch Ende der 1990er Jahre gab es doch wieder Berührungspunkte. Im Rallyesport fuhr Mitsubishi große Erfolge ein. Insbesondere der Mitsubishi Pajero machte sich mit 12 Siegen seit 1985 einen Namen als „König der Wüste“. Aber auch in dem damals populären Film „The Fast and the Furious“ und Videospielen wie „Need for Speed“ war Mitsubishi fester Bestandteil der Handlungen.

 

Der Weg zum eigenen Mitsubishi: Vom Opel Astra zum ersten Galant

 

Mitsubishi Galant Unfall

 

Nach seiner Ausbildung zum Fachinformatiker stand Max vor der Herausforderung eines langen Pendelwegs von seiner Heimat ins Kölner Büro. Der Weg per Bahn hätte täglich insgesamt 4 Stunden verschlungen und war somit nicht haltbar. Ein Auto musste her. Weihnachten 2008 bekam er von seinen Eltern einen Gutschein über 1000 Euro für ein Fahrzeug. Ursprünglich wollte er einen Proton kaufen, eine malaysische Marke, die Mitsubishi-Modelle in Lizenz produzierte. Doch seine Eltern rieten ihm, lieber den Opel Astra Caravan weiterzufahren, den sie ihm überließen. Das Auto hatte zu dieser Zeit etwa 160.000 Kilometer auf der Uhr, war lange Zeit im Familienbesitz und regelmäßig gewartet.

Dieser Wagen brachte ihn zwar durch die Ausbildung, doch mit zunehmender Laufleistung gab es immer mehr Probleme – schließlich platzte der Motor bei über 230.000 Kilometern. Nach einem Motorwechsel und weiteren Reparaturen hielt er den Astra noch ein Jahr, bis Max sich endgültig von ihm trennte.

Ein Freund, der ebenfalls einen Mitsubishi suchte, brachte Max zurück zur Marke. Er begann, sich intensiver mit der Mitsubishi-Szene zu beschäftigen, las in Foren und lernte die Schwachstellen der Modelle kennen. So kam er zu seinem ersten Mitsubishi: einem gebrauchten Galant, Baujahr 1997. Leider wurde dieser nach einem Unfall durch einen Schneepflug zum Totalschaden erklärt. Den Wagen hatte er deshalb nur ein Jahr. Kurz darauf kaufte er bei Leipzig seinen zweiten Galant (gleiche Baureihe).

Von dieser Zeit an wurden die Fahrzeuge immer älter. Evolution rückwärts sozusagen. Einen Wagen aus den 2000er Jahren besaß Max nie. Nicht aus finanziellen Gründen. Durch seine Teilnahme an diversen Mitsubishi-Treffen, unter anderem dem Mitsubishi-Elbetreffen (heute eines der größten Mitsubishi-Treffen Europas), lernte Max viele Leute kennen und tauchte tiefer in die Szene ein.

 

Langsam wird’s klassisch!

 

Mitsubishi Sigma

 

Irgendwann fiel Max ein Bild in die Hände. Darauf ein Mitsubishi Galant Kombi aus den 1970er/1980er-Jahren. Das Heck gefiel ihm so gut, dass er entschloss: „So ein Auto möchte ich einmal haben.“ Doch erst einmal kam ein Mitsubishi Sigma ins Haus. Eigentlich schaute sich Max den Wagen für jemand anderen an. Der Sigma war zu dieser Zeit noch kein Oldtimer, aber auch nicht weit davon entfernt. Knapp 1.000 Euro wollte der Verkäufer haben. Max bot 650. Nach einer Nacht zum Überschlafen meldete sich der Verkäufer und sagte zu. So kam Max, angestachelt durch seine Freunde aus der Mitsubishi-Szene, zu seinem Sigma.

Einiges war zu tun, um den japanischen Klassiker für den TÜV vorzubereiten. Das Auto stand ja auch bereits seit rund 5 Jahren. Dichtungen, Zahnriemen, Stoßdämpfer, Bremsen und vieles mehr standen auf der Arbeitsliste. Auch ein paar Blecharbeiten nebst Teillackierung wurden erledigt. Der Sigma erhielt problemlos sein H-Kennzeichen.

 

Mitsubishi Galant Oldtimer Scheunenfund

 

Etwas später entdeckte er seinen  Mitsubishi Galant Turbodiesel. Für 100 Euro konnte der Scheunenfund vom Sohn des verstorbenen Besitzers abgeholt werden. Allerdings weit entfernt im östlichen Bayern. Das Auto wurde als beschädigt und nicht fahrbereit inseriert. Problem: Max hat keinen Anhänger-Führerschein. Doch es fand sich eine Lösung. Ein Freund half ihm mit seinem Pajero aus. Nach 22 Stunden stand der Galant in der Einfahrt, die ihm sein ebenfalls Oldtimeraffiner Vermieter für einige Wochen zur Verfügung stellte.

 

Motorschaden?

 

Mitsubishi Galant Oldtimer Reparatur

 

Der Vorbesitzer des Galant sprach von einem möglichen Motorschaden. Aus diesem Grunde hatte Max bei der Abholung des Wagens auf einen Startversuch verzichtet. Zu Hause bat er einen befreundeten Kfz-Mechaniker um Hilfe. Der Motor ließ sich durchdrehen. Allerdings zu leicht, was auf fehlende Kompression hinweist. Das Aus? „Was soll schon kaputtgehen?“, dachte sich Max und machte einen Startversuch. Nach dem Vorglühen drehte er den Schlüssel und der Motor lief mit dem mehr als 25 Jahre alten Dieselkraftstoff! Der befreundete Mechaniker konnte es kaum glauben. In den nächsten Wochen reparierte Max den Wagen. Auf eine Restauration hat er bis heute verzichtet. Patina darf sein!

Die Rostprobleme hielten sich zum Glück in Grenzen. Gründe dafür sind unter anderem die verhältnismäßig dicken Bleche, die damals verwendet wurden, und dass der Galant viele Jahre trocken stand. 1994 wurde er abgemeldet und stand seitdem. 2023 bekam Max das H-Kennzeichen. 

An dieser Stelle sei gesagt: Es gibt in der Geschichte des Galant viele Parallelen zum Auto eines anderen Interviewpartners. Julius (so der Name des Fahrzeuges) war ein japanischer Klassiker (Nissan Laurel) mit Dieselmotor. Der Besitzer stammt ebenso wie Max aus dem Ruhrgebiet, die Fahrzeuge kommen beide aus Erbmasse und standen einige hundert Kilometer entfernt in Bayern.

 

Oldtimergeschichten!

 

Mitsubishi Galant Oldtimer

 

Es ist an der Zeit, Max zu Wort kommen zu lassen. So einiges hat er mit seinen Fahrzeugen erlebt. Hier sind einige Oldtimer-Geschichten:

„Natürlich gibt es auch mal unangenehme Situationen, und genau so war es hier. Das Problem mit dem Auto besteht bis heute.

Im Grunde weiß ich jetzt, wie man damit umgehen kann, und werde irgendwann versuchen, es zu beheben. Wir waren 2024 unterwegs zur Messe (Retro-Classics Stuttgart), wollten den Wagen ausstellen und hatten ihn etwas herausgeputzt. Er zeigt zwar noch Gebrauchsspuren, aber vorher wurden einige Kleinigkeiten repariert. Der Wagen wurde poliert und so weit vorbereitet, wie es möglich war. Kurz vor der Ankunft in Stuttgart hatte er bereits über 400 Kilometer zurückgelegt.

Ich muss anders anfangen: Das Problem trat schon etwa ein halbes Jahr vor der Messe auf. Damals war ich auf dem Weg zu meinen Eltern im Bergischen Land, als der Wagen bergauf plötzlich keine Leistung mehr brachte. Ich drückte das Gaspedal durch, doch es passierte nichts mehr, der Drehzahlmesser fiel immer weiter ab. Ob der Motor noch lief, wusste ich nicht genau – wahrscheinlich lieferte er keine Leistung mehr.

Mir blieb nichts anderes übrig, als auf den Standstreifen zu fahren und das Warnblinklicht einzuschalten, um auf Hilfe zu warten. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Lichtmaschine auch nicht mehr vollständig geladen – keine ideale Situation. Es begann zu dämmern und die Batterie versagte. Der Warnblinker gab auf. Nun war das Auto nur noch durch das Warndreieck erkennbar.

 

Mitsubishi Galant Oldtimer

 

Der Abschleppwagen kam schließlich rechtzeitig, bevor die letzten Sonnenstrahlen verschwanden, und das Auto blieb erst einmal bei meinen Eltern. Ein Freund kam vorbei, und gemeinsam versuchten wir, das Problem zu beheben. Anfangs klappte es nicht, denn bei einem alten Diesel ist es so: Wenn Luft in die Leitung gelangt, läuft der Motor nicht mehr richtig.

Bei diesem Modell gibt es vorne eine kleine Handpumpe – eine Konstruktion, die Mitsubishi lange bei Fahrzeugen wie dem Pajero oder L200 verwendet hat. Mit dieser Pumpe kann man entlüften; Zwar nur mäßig effektiv, aber wir haben es geschafft. Danach lief der Wagen über ein halbes Jahr recht gut – bis zur Messe.

Auf dem Weg dorthin dachte ich zunächst, alles sei in Ordnung. Wir hatten entlüftet und erwarteten keine Probleme. Doch kurz vor der Messe trat das gleiche Problem bei einer Steigung wieder auf. Ich überlegte, noch kurz zu tanken, tat es dann aber nicht – was sich später als Fehler herausstellte.

Wieder keine Leistung bergauf, also ab auf den Standstreifen und Motor aus. Wir kannten mittlerweile die Handpumpe und versuchten erneut, zu entlüften – leider ohne Erfolg. Ein Kollege aus unserer Gruppe fuhr zur nächsten Tankstelle und besorgte Diesel. Da wir in Kolonne mit meinem Kumpel Dirk zur Messe fuhren, bat ich Dirk, frischen Kraftstoff von der nächsten Tankstelle zu holen. Wir füllten diesen ein, wechselten den originalen Kraftstofffilter und versuchten, den Motor zum Laufen zu bringen  – vergeblich.

 

Mitsubishi Galant Oldtimer

 

Glücklicherweise war kein Abschleppwagen nötig. Der Messestand wurde von Mitsubishi-Fans organisiert, die alte Diamanten (Mitsubishi) ausstellten. Ich wusste, dass einige mit Anhängern anreisen würden, und bat einen von ihnen, Matthias, um Hilfe zum Abholen des Wagens.

Er sagte glücklicherweise zu und fuhr von der Messe in Richtung Pannenstelle, aber kurz vor Stuttgart gab es dann noch einen Unfall mit langem Stau. Dadurch konnte Matthias erst mit erheblicher Verzögerung mit seinem Pajero bei uns eintreffen.  Natürlich kommt ein Unglück selten alleine und so hatte es, während wir auf Hilfe warteten und vergebliche Reparaturversuche durchführten, heftig zu regnen begonnen. Schließlich wurde das Auto auf einen Anhänger verladen. Währenddessen telefonierte ich mit der Messeleitung; Da es sich um ein Exponat handelte, war unklar, ob wir noch rein durften.

 Diese teilte mit, dass sie bald schließen würden, aber wenige Minuten später sollten kein Problem sein. Leider kamen wir drei Minuten nach Ende der Öffnungszeit an und durften nicht mehr aufs Gelände.

Also was tun? Das Auto sollte doch unbedingt auf der Messe stehen! Am nächsten Morgen war bereits der erste Messetag; Aussteller durften früher kommen. Wir beschlossen also, am Morgen anzureisen.

 

Reparatur am Mitsubishi Galant Oldtimer

 

Einer der Helfer brachte das Auto am nächsten Tag mit einer Schleppstange auf das Messegelände. Dort reparierten einige Mitsubishi-Enthusiasten, darunter Leute, die bei Mitsubishi gelernt haben, den Wagen wieder.

Eigentlich ist es nicht gern gesehen, direkt auf der Messe zu schrauben – aber ich hätte sonst zurückfahren müssen. So fanden wir heraus, dass die verbaute Handpumpe defekt war.

Diese Pumpe besitzt eine Membran; damit wird Unterdruck erzeugt. Ist diese kaputt, kann man keinen Diesel mehr fördern. Einer der Helfer bestellte für mich eine neue Pumpe – Mitsubishi hatte tatsächlich noch Ersatzteile.

Ein weiterer Kollege besorgte während der Messe eine kleine Handpumpe als Übergangslösung. Damit konnten wir zumindest vorübergehend den Diesel fördern; Der Motor sprang wieder an.

Kurz darauf kam die richtige Pumpe an – daran ist auch der Filter befestigt, den wir bereits auf der Autobahn getauscht hatten. Die alte Pumpe war innen stark verschmutzt und zog wahrscheinlich Schmutz direkt aus dem Tank. Leider verhindert der originale Filter nur, dass Verschmutzungen aus dem Tank zu den Einspritzdüsen kommen, nicht aber Dreck in der Handpumpe. Daher setzten wir zusätzlich einen kleinen Diesel-Filter mit Schauglas direkt zwischen Zuleitung aus dem Tank und der Handpumpe.

 

Mitsubishi Galant A 160 TD Motor/Dieselfilter

 

Mit dem zusätzlichen Filter läuft der Motor jetzt deutlich besser.

Zwischendurch habe ich den Filter schon einmal gewechselt, weil er etwas verdreckt war – so stellen wir sicher, dass die Pumpe nicht erneut verstopft oder beschädigt wird.

Schließlich sind wir damit zurückgefahren; ich hatte wirklich Angst, ob wir heil ankommen würden – man ist ja schon gebranntes Kind und hofft einfach nur: „Bleib bloß nicht stehen!“

Doch er hat durchgehalten! Das Ganze war definitiv ein Erlebnis – besonders, weil wir ja auf die Messe wollten und das Auto ausstellen wollten.

Dort konnten wir dann erfolgreich eine Sonderschau zum 55-jährigen Jubiläum des Mitsubishi Galant feiern und sieben verschiedene Generationen dieses Modells präsentieren – insgesamt gibt es acht Generationen.

Eine neunte Variante gibt es zwar auch noch, diese wurde aber weder in Europa noch in Japan verkauft.

Kürzlich war ich wieder auf einem Mitsubishi-Treffen, dem „Elbetreffen“ (Europas größtes Mitsubishi-Treffen), zu dem ich fast jedes Jahr hinfahre. Auch dort sind wir mit dem Turbodiesel gefahren und hatten ihn vorher nochmal etwas hergerichtet.

Natürlich hatten wir erneut Bedenken wegen einer möglichen Panne – aber er hat sich gut geschlagen.

Wir achten immer darauf, dass der Tankinhalt nicht zu niedrig ist; wenn er unter ein Viertel fällt, zeigt sich oft das Problem mit Luft im System.

Es könnte sein, dass am Ansaugstutzen im Tank etwas abgebrochen ist – möglicherweise aus Metall –, sodass er nicht mehr ganz unten im Tank sitzt.

Genau wissen wir das aber noch nicht; bisher fehlte die Zeit für eine genaue Untersuchung.

Daher tanken wir regelmäßig zwischendurch.

Die Rückfahrt letzte Woche an einem sehr heißen Sonntag war ebenfalls interessant: Der Mitsubishi-4D55-Diesel-Motor neigt bei Hitze zu Problemen.

Deshalb mussten wir darauf achten, nicht zu schnell zu fahren – was beim Diesel tatsächlich hilft: Bei großer Hitze kühlt langsames Fahren den Motor automatisch besser.

Wenn man beispielsweise konstant mit 70 km/h fährt, bleibt die Temperaturanzeige links von der Mitte des Normalbereichs. Bei Volllast steigt sie leicht über die Mitte hinaus – so ähnlich wie beim Wartburg damals.

Ein Kumpel gab mir diesen Tipp auch noch einmal; ich kannte ihn zwar schon vorher (Heizung einschalten), aber bei über 30 Grad Außentemperatur wollte ich das lieber vermeiden.

Zum Glück reichte langsames Fahren völlig aus; wir mussten die Heizung nicht einschalten und kamen gut durch.Wie hoch genau die Temperatur steigt, hängt stark von der Fahrweise ab – insbesondere von der Geschwindigkeit.“

 

Der lange Weg zum Traumauto!

 

Mitsubishi Galant Combi Oldtimer

 

„Ich hatte ja schon einmal von dem Kombi erzählt und diesem Heck, in das ich mich verliebt habe.

Ich kannte einen Wagen, der stand bei einem Autohaus in Iserlohn, und es war ebenfalls ein Kombi, den ich unbedingt haben wollte. Also habe ich den Autohaus-Besitzer gefragt, ob es eine Möglichkeit gibt, das Fahrzeug zu kaufen.

Er plante, das Auto zu tunen und tieferzulegen, und da denkt man sich: „Nein,so  etwas sollte man mit einem dermaßen seltenen Auto nicht machen (es ist nur ein weiterer Galant A160 Combi als Vorfacelift in Deutschland bekannt)!“ Irgendwann habe ich dann herausgefunden, dass der Wagen dem Autohausbesitzer gar nicht gehörte, sondern einem anderen Mitsubishi-Fahrer, Thomas. Mit diesem bin ich mittlerweile auch befreundet und habe ihn dann gefragt: „Sag mal, möchtest du ihn nicht verkaufen?  Dieses Modell ist ein absoluter Traum von mir und ich würde ihn gerne zurück auf die Straße bringen.“

Und er meinte: „Ja, eigentlich wollte ich ihn nicht verkaufen, sondern selbst behalten.“ Ich habe dann immer mal wieder gefragt – etwa einmal oder zweimal im Jahr, nicht zu oft, denn wenn man zu sehr nervt, ist es kontraproduktiv –, um mein Interesse zu bekunden. Thomas meinte:

„ Wenn ich ihn einmal verkaufen möchte, bist du der Erste, an den ich denke.“ Finanziell lief es beim Autohaus immer schlechter. Sie mussten erst an einen neuen Standort umziehen, wo sie keinen Showroom mehr hatten. Vom ursprünglichen Autohaus wandelte sich das Unternehmen zur reinen Werkstatt. Dort stand der Wagen dann im hinteren Teil der Werkstatthalle und staubte ein.

Doch trotz der schlechten Lage im Autohaus musste der Besitzer schließlich seinen Laden an seinen Mitarbeiter abgeben, weil er es finanziell nicht mehr stemmen konnte. Der Mitarbeiter leitete den Betrieb dann unter anderem Namen weiter. Und irgendwann sagte der ehemalige Mitarbeiter und aktuelle Chef zum ehemaligen Chef: „Das Auto steht hier rum und wir brauchen den Platz.“ Daraufhin wurden die Fahrzeuge vor die Halle geschoben. Der eigentliche Besitzer des Galant-Combis, mein Kumpel Thomas, wurde daraufhin nervös und mein Warten machte sich bezahlt. Das seltene Auto sollte nicht bei Wind und Regen ungeschützt draußen stehen. Dieser meinte dann zu mir: „Ich weiß, du hast schon lange ein Auge auf meinen Galant Combi geworfen. Ich möchte nicht, dass er vor der Halle vergammelt. Willst du ihn noch haben?“

 

Mitsubishi Galant Combi Oldtimer

 

Ich sagte natürlich sehr gerne ja, aber momentan war der Zeitpunkt ungünstig, da ich das Geld erst aufbringen musste. Der Preis war fair, aber trotzdem musste ich erst das Geld zusammenbekommen. Thomas meinte daraufhin: „Kein Problem! Du zahlst mir das innerhalb von fünf Monaten zurück und Hauptsache ist doch, dass das Auto in gute Hände kommt und nicht ständig draußen steht.“ So wurde es gemacht und ich holte den Wagen ab.

Das ist jetzt mein aktuelles Projekt.  Nachdem ich im vergangenen Jahr den Turbodiesel mit auf die Retro Classics nach Stuttgart genommen hatte, war es in diesem Jahr der Galant Combi. Technisch ist noch längst nicht alles fertig – da muss noch einiges gemacht werden. Optisch haben wir bereits ein bisschen was verändert, sodass er für die Messe einigermaßen präsentabel war. Perfekt war der Wagen allerdings noch nicht.

Wir haben einige Stellen schnell nachlackiert – wie das eben immer bei der Messevorbereitung ist: Es wird stressig. Zumal ich auch Veranstalter unseres gesamten Messestands bin und mich um alle anderen Autos kümmern muss – zusätzlich zu meinem eigenen Fahrzeug. Daher sieht der Wagen jetzt optisch ganz ordentlich aus. Nicht perfekt, aber technisch steht noch einiges an. Übrigens: Meine Freundin habe ich auch ein bisschen mit Mitsubishi angesteckt – sozusagen –, als sie ihr erstes Auto haben wollte. Wir haben überlegt und uns schließlich ebenfalls für einen Mitsubishi Galant entschieden, Baujahr 1992.

Ursprünglich kein Oldtimer – mittlerweile zählt er aber dazu. So ist es inzwischen bei uns: Fast alle unsere Fahrzeuge sind zugelassene Oldtimer – und auch der Kombi wird demnächst als solcher angemeldet werden, sobald er fertiggestellt ist.“

 

Die Mitsubishi-Community: alte Diamanten und gemeinsame Leidenschaft

 

Mitsubishi-Oldtimer bei Retro-Messe

 

Durch seine Aktivitäten in der Mitsubishi-Szene gründete er die Facebook-Gruppe „Mitsubishis alte Diamanten“, die sich mit Mitsubishi-Fahrzeugen ab einem Alter von 25 Jahren beschäftigt. Es ist eine lebendige Community, die sich regelmäßig trifft, zum Beispiel auf der Retro Classics in Stuttgart oder beim eigenen Mitsubishi-Klassiker-Treffen in Bochum.

In der Gruppe tauschen sie sich über Reparaturen, Ersatzteilbeschaffung und Erhaltungsstrategien aus. Denn gerade bei älteren japanischen Fahrzeugen ist die Ersatzteilversorgung eine Herausforderung. Glücklicherweise gibt es bei Mitsubishi Motors Deutschland eine Teilebörse, über die Händler deutschlandweit Teile austauschen können – ein echter Segen für Oldtimer-Fans. Auch eine eigene Webseite ist am Start!

 

Projekte und Herausforderungen: Sigma, Turbo-Diesel und mehr

 

Mitsubishi Sigma

 

Im Laufe der Jahre hat Max mehrere Mitsubishi-Modelle repariert und gepflegt. Besonders stolz ist er auf seinen Mitsubishi Sigma, den er für einen sehr günstigen Preis retten konnte. Der Wagen hatte lange gestanden und brauchte umfangreiche Reparaturen, vom Zahnriemenwechsel bis zur Karosserieinstandsetzung. Mit Unterstützung von Freunden und der Community konnte er den Wagen wieder auf die Straße bringen und für das begehrte H-Kennzeichen anmelden.

Ein weiteres Highlight ist natürlich sein Mitsubishi Turbo-Diesel von 1981, der damals meistverkaufte Turbodiesel-PKW Deutschlands. Dieses Modell war der erste Turbodiesel-PKW Japans und verfügte über eine innovative Kupplungskonstruktion, die Motorvibrationen minimierte und für einen ruhigeren Lauf sorgte. Trotz seines Alters und einiger technischer Herausforderungen ist der Wagen ein echtes Highlight in seiner Sammlung und wurde sogar auf der Retro Classics in Stuttgart ausgestellt.

 

Technik, Reparaturen und die Liebe zum Detail

 

Mitsubishi Galant Oldtimer Innenraum

 

Die Pflege und Reparatur alter Mitsubishi-Modelle erfordert viel Geduld und Know-how. So hat Max gelernt, wie wichtig es ist, Steuergeräte zu warten, Kondensatoren zu tauschen und Rostschäden fachgerecht zu beheben. Besonders bei den älteren Modellen aus den 80ern und 90ern ist Rost ein ständiger Begleiter, der mit regelmäßiger Pflege und gezielten Reparaturen in Schach gehalten werden muss.

Ein besonderes Erlebnis war eine Panne mit dem Zündschloss des Sigmas, die er dank der Hilfe von Freunden und der Mitsubishi-Community lösen konnte – ein Beweis dafür, wie stark der Zusammenhalt unter Oldtimer-Fans ist.

 

Mitsubishi-Oldtimer – mehr als nur Autos

 

Mitsubishi Galant A160 2,3 TD

 

Für Max sind Mitsubishi-Oldtimer mehr als nur Fahrzeuge – sie sind lebendige Zeitzeugen, die Geschichten erzählen und Menschen verbinden. Die Leidenschaft für diese Autos hat ihn durch viele Jahre begleitet und ihm nicht nur technische Herausforderungen, sondern auch viele schöne Momente und Freundschaften beschert.

Wenn du dich für japanische Oldtimer interessierst oder selbst einen Mitsubishi-Klassiker besitzt, kann ich dir nur empfehlen, dich seiner Community anzuschließen. Der Austausch, die Unterstützung und die gemeinsamen Treffen machen das Hobby erst richtig lebendig.

Mehr erfahren:

Großen Dank an Max für sein Interesse und die Zeit für ein ausführliches Interview. Wir bleiben in Kontakt!

Bleib dran! In zukünftigen Artikeln werde ich noch mehr über einzelne Modelle, technische Details und spannende Erlebnisse berichten. Gern sind auch eure Kommentare und Anmerkungen gesehen! Du hast selbst einen Oldtimer und spannende Geschichten mit ihm erlebt? Dann melde Dich gern! Bis dahin: Viel Spaß beim Schrauben und Fahren – und natürlich immer eine sichere Fahrt mit deinem Oldtimer!

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